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GMP, GXP

Zu viele Audits, zu wenig Wirkung? Audit Fatigue im GMP-Umfeld lösen

Die steigende Anzahl an Audits im GMP-Umfeld ist längst mehr als ein organisatorisches Thema. Für viele Unternehmen entwickelt sich Audit Fatigue zu einem strukturellen Problem im Qualitätssystem, mit direkten Auswirkungen auf Effizienz, Fokus und letztlich auch auf die Produktqualität. Die Lösung hierfür liegt in der strategischen Steuerung von Audits, insbesondere im Zusammenspiel mit Audits durch Dritte.

Fatigue

Was ist Audit Fatigue – und warum wird sie zum Risiko?

Audit Fatigue beschreibt die Situation, in der Unternehmen einer übermäßigen Anzahl an Audits ausgesetzt sind. Besonders im GMP-Umfeld betrifft dies häufig:

  • Auftragshersteller (CMOs)
  • Wirkstofflieferanten
  • Globale Zulieferketten

Typisch ist dabei, dass:

  • mehrere Kunden nahezu identische Audits durchführen
  • ähnliche Anforderungen mehrfach geprüft werden
  • interne Fachbereiche stark gebunden sind

Das eigentliche Problem ist jedoch nicht nur der Aufwand. Mit steigender Auditdichte verändert sich häufig auch die Arbeitsweise im Unternehmen: Der Fokus verschiebt sich von nachhaltiger Qualitätsverbesserung hin zur reinen Audit-Erfüllung.

Vom Kontrollinstrument zum Steuerungsinstrument: die eigentliche Rolle von Audits

Ein oft übersehener Aspekt im Kontext von Audit Fatigue ist die Frage, welche Funktion Audits im Qualitätssystem tatsächlich erfüllen sollen. In vielen Organisationen haben sie sich historisch als Kontrollinstrument etabliert, das vor allem der externen Absicherung dient – gegenüber Behörden, Kunden oder Partnern. Dadurch entsteht jedoch ein System, in dem Audits primär als Nachweislogik funktionieren, nicht als Steuerungsinstrument.

Je stärker diese Kontrolllogik dominiert, desto mehr verschiebt sich der Fokus weg von der eigentlichen Qualitätsverbesserung hin zur formalen Erfüllung von Anforderungen. Audits werden dann nicht mehr genutzt, um Risiken frühzeitig zu erkennen oder Prozesse gezielt zu verbessern, sondern um Erwartungen verschiedener Stakeholder einzeln zu bedienen. Genau an dieser Stelle entsteht strukturelle Ineffizienz: gleiche Themen werden mehrfach geprüft, ohne dass die Erkenntnisse systematisch zusammengeführt oder strategisch genutzt werden.

Ein moderner Auditansatz muss deshalb stärker als bisher die Frage beantworten, welchen konkreten Beitrag ein Audit leistet. Nicht jede Prüfung erhöht automatisch die Qualität des Systems. Im Gegenteil kann eine unverbundene Auditlandschaft dazu führen, dass relevante Informationen zwar vorhanden sind, aber nicht in eine übergeordnete Steuerungslogik überführt werden. Der eigentliche Mehrwert entsteht erst dann, wenn Audits nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil eines kontinuierlichen Lern- und Steuerungssystems verstanden werden.

Der blinde Fleck: Fehlende Verknüpfung von Auditdaten

Ein Aspekt, der in vielen Unternehmen unterschätzt wird, ist die fehlende Integration von Audit-Ergebnissen in das Gesamtsystem. Auditberichte existieren häufig isoliert neben CAPA-Systemen, dem Abweichungsmanagement oder der Lieferantenbewertung, ohne systematisch miteinander verknüpft zu werden. Dadurch gehen zentrale Erkenntnisse verloren: Es bleibt unklar, welche Muster sich über mehrere Audits hinweg zeigen, wo sich Schwachstellen wiederholen oder welche Risiken bereits bekannt sind, aber nicht konsequent adressiert werden. Ohne diese Verknüpfung bleibt selbst eine hohe Auditdichte analytisch untergenutzt und ihr tatsächlicher Mehrwert für das Qualitätssystem begrenzt.

Audits durch Dritte: Mehr als nur Entlastung

Audits durch unabhängige Dritte werden häufig primär als Mittel zur Reduktion von Auditaufwand betrachtet. Ihr eigentliches Potenzial geht jedoch deutlich weiter.

Richtig eingesetzt können sie:

  • Vergleichbarkeit zwischen Lieferanten herstellen
  • Eine einheitliche Bewertungslogik schaffen
  • Als zentrale Datenbasis für mehrere Auftraggeber dienen

Damit entsteht die Möglichkeit, Audit-Ergebnisse systematisch auszuwerten und zu aggregieren, statt sie nur einzeln zu betrachten. Der Mehrwert liegt also nicht nur in weniger Audits, sondern in besseren, konsistenteren Erkenntnissen.

Voraussetzung: Vertrauen und Bewertungslogik

Damit Audits durch Dritte ihre volle Wirkung entfalten können, reicht die reine externe Durchführung nicht aus. Entscheidend ist vielmehr, dass sie auf einer konsistenten und nachvollziehbaren Bewertungslogik basieren. Dazu gehören klar definierte Kriterien, einheitliche Bewertungsmaßstäbe sowie transparente Risikoeinstufungen, die für alle Beteiligten verständlich und vergleichbar sind. Ebenso wichtig ist eine strukturierte und lückenlose Dokumentation, die es ermöglicht, Feststellungen, Bewertungen und Schlussfolgerungen jederzeit nachzuvollziehen.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können Auditberichte als belastbare Entscheidungsgrundlage dienen. Das ist insbesondere dann relevant, wenn mehrere Auftraggeber auf dieselben Audit-Ergebnisse zurückgreifen sollen. Fehlt dieses Vertrauen in Methodik und Aussagekraft, werden externe Audits häufig nicht akzeptiert – mit der Folge, dass zusätzliche, redundante Audits durchgeführt werden.

Darüber hinaus schafft eine klare Bewertungslogik die Grundlage dafür, Audit-Ergebnisse systematisch in bestehende Qualitätssysteme zu integrieren, etwa in Lieferantenbewertungen oder risikobasierte Auditplanungen. Erst dann entfalten Audits durch Dritte ihren eigentlichen Mehrwert: Sie reduzieren nicht nur den Aufwand, sondern verbessern gleichzeitig die Vergleichbarkeit, Transparenz und Steuerbarkeit von Qualität im gesamten System.

Von Einzel-Audits zu Audit-Ökosystemen

Ein zukunftsweisender Ansatz besteht also darin, Audits nicht länger als isolierte Einzelaktivitäten zu betrachten, sondern sie als Bestandteil eines vernetzten Audit-Ökosystems zu verstehen. Statt einzelne Prüfungen unabhängig voneinander durchzuführen und zu dokumentieren, werden interne Audits, Lieferantenaudits und Dritt-Audits systematisch miteinander verzahnt und in einen gemeinsamen Kontext gestellt.

Die Ergebnisse dieser unterschiedlichen Auditarten fließen dabei in zentrale Auswertungen ein, wodurch ein umfassenderes Bild der tatsächlichen Qualitäts- und Risikosituation entsteht. Einzelbefunde werden nicht mehr nur für sich betrachtet, sondern im Zusammenspiel analysiert und eingeordnet. Dadurch können Risiken übergreifend priorisiert werden, anstatt sie ausschließlich auf Basis einzelner Auditberichte zu bewerten.

In einem solchen Modell verändert sich auch die Rolle der Qualitätseinheit grundlegend. Sie ist nicht mehr ausschließlich für die Planung, Durchführung und Nachverfolgung einzelner Audits verantwortlich, sondern übernimmt zunehmend eine steuernde und auswertende Funktion. Im Mittelpunkt steht dann weniger das reine Audit-Management, sondern vielmehr die Interpretation von Daten sowie die Ableitung und Priorisierung von Maßnahmen auf Basis eines integrierten Gesamtbilds.

Risikobasierte Steuerung wird zur Pflicht

Parallel dazu verschiebt sich der regulatorische Fokus klar in Richtung risikobasierter Ansätze.

Für Auditstrategien bedeutet das:

  • Weniger starre Zyklen
  • Mehr dynamische Anpassung basierend auf Daten
  • Gezielter Einsatz von Dritt-Audits bei stabilen oder standardisierten Lieferanten

Audit Fatigue entsteht häufig genau dort, wo dieser Schritt noch nicht konsequent umgesetzt ist.

Fazit zur Audit Fatigue

Audit Fatigue ist letztlich ein Symptom zunehmender Komplexität in regulierten Umgebungen, zugleich aber auch ein deutliches Signal dafür, dass bestehende Auditstrategien grundlegend weiterentwickelt werden müssen. Wenn Organisationen immer häufiger prüfen, ohne die gewonnenen Erkenntnisse systematisch zu vernetzen und zu nutzen, entsteht eine wachsende Belastung, ohne dass der eigentliche Mehrwert im gleichen Maß steigt.

Der zentrale Schlüssel zur Lösung liegt in der konsequenten Verknüpfung von Auditdaten über verschiedene Quellen hinweg, einer klaren risikobasierten Steuerung sowie dem gezielten und strategischen Einsatz von Audits durch Dritte. Erst wenn diese Elemente zusammengedacht werden, entsteht ein konsistentes und belastbares Gesamtsystem, das sowohl Effizienz als auch Wirksamkeit stärkt.

Unternehmen, die diesen Wandel frühzeitig angehen, profitieren dabei in doppelter Hinsicht: Einerseits sinkt die operative Belastung durch redundante oder schlecht abgestimmte Auditaktivitäten, andererseits verbessern sich die Entscheidungsgrundlagen, da Informationen strukturierter, vergleichbarer und aussagekräftiger zur Verfügung stehen. Nicht eine Reduktion von Kontrolle ist dabei entscheidend, sondern mehr Struktur, bessere Integration und eine intelligentere Nutzung vorhandener Informationen.

Wie wir Sie unterstützen

Wenn Sie Audit Fatigue aktiv reduzieren und Ihre Auditstrategie effizienter, strukturierter und risikoorientierter aufstellen möchten, kann der Blick von außen entscheidend sein. Externe Audits schaffen nicht nur zusätzliche Objektivität, sondern helfen auch dabei, bestehende Auditprozesse kritisch zu hinterfragen, Doppelstrukturen zu erkennen und echte Mehrwerte aus Ihren Qualitätsdaten zu gewinnen. Genau hier setzen wir an: mit unabhängigen, praxisnahen Audits, die nicht nur prüfen, sondern Orientierung schaffen und konkrete Optimierungspotenziale sichtbar machen. Get ahead and in touch with us: info@expertsinstitut.de

Lesen Sie hier unseren gesamten Blog: https://experts-institut.de/newsroom/
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4 Wochen /von Jessica Siefert
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2026/04/LinkedIn.jpg 1080 1920 Jessica Siefert https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Jessica Siefert2026-04-23 21:43:582026-04-24 11:54:08Zu viele Audits, zu wenig Wirkung? Audit Fatigue im GMP-Umfeld lösen
GMP

Lieferantenmanagement in der GMP-Branche: Regulatorischer Rahmen und Qualifizierung

Ein wirksames Lieferantenmanagement in der GMP-Branche ist mehr als ein operativer Einkaufsprozess. In hochregulierten Umfeldern wie Pharma, Biotechnologie oder Wirkstoffherstellung entscheidet die systematische Qualifizierung und Überwachung von Lieferanten über Produktqualität, Patientensicherheit und regulatorische Compliance.

Mit steigender globaler Vernetzung der Lieferketten und zunehmenden Inspektionsanforderungen rückt der regulatorische Rahmen stärker in den Fokus. Unternehmen müssen ihr Lieferantenmanagement so gestalten, dass es nicht nur operativ funktioniert, sondern regulatorisch belastbar und auditfest ist.

Lieferantenmanagement

Warum Lieferantenmanagement unter GMP regulatorisch kritisch ist

In der GMP-Welt gilt ein zentraler Grundsatz: Verantwortung ist nicht delegierbar. Auch wenn Tätigkeiten ausgelagert werden, bleibt der Auftraggeber vollumfänglich verantwortlich für die Qualität des Endprodukts. Fehler oder Schwachstellen auf Lieferantenseite können direkte Auswirkungen auf die eigene Organisation haben. Dazu zählen verzögerte Chargenfreigaben, notwendige Abweichungsuntersuchungen und CAPA-Maßnahmen, kritische Inspektionsfeststellungen sowie im schlimmsten Fall Markt- oder Versorgungsrisiken.

Ein strukturiertes und dokumentiertes Lieferantenmanagement ist daher kein freiwilliges Qualitätsinstrument, sondern elementarer Bestandteil eines funktionierenden GMP-Systems.

Der regulatorische Rahmen: EU-GMP Kapitel 7 im Zentrum

EU-GMP Kapitel 7 ist Teil des europäischen GMP-Leitfadens (EudraLex Volume 4) und regelt den Umgang mit ausgelagerten Tätigkeiten. Es definiert die Anforderungen an Unternehmen, die Prozesse oder Dienstleistungen an externe Partner vergeben, und stellt klar, dass die Verantwortung für die Produktqualität weiterhin beim Auftraggeber verbleibt.

Kern des Kapitels ist die Forderung nach klaren, schriftlich geregelten Vereinbarungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sowie einer strukturierten Qualifizierung und fortlaufenden Überwachung des Dienstleisters. Unternehmen müssen sicherstellen, dass externe Partner über geeignete Räumlichkeiten, qualifiziertes Personal, angemessene Ausrüstung und ein wirksames Qualitätssystem verfügen.

In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen gegenüber Inspektoren nachweisen können müssen, dass Lieferanten vor Beginn der Zusammenarbeit qualifiziert wurden, dass eine fundierte Risikobewertung durchgeführt wurde, dass Auditprogramme risikobasiert geplant und umgesetzt werden und dass identifizierte Abweichungen systematisch nachverfolgt und geschlossen werden. Fehlende oder lediglich oberflächliche Lieferantenbewertungen zählen regelmäßig zu kritischen Inspektionsbefunden und können erhebliche regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen.

Annex 16 – Verantwortung bei der Chargenzertifizierung

Annex 16 ist ein ergänzendes Dokument des EU-GMP-Leitfadens und befasst sich mit der Zertifizierung von Chargen durch die sachkundige Person (Qualified Person, QP). Er konkretisiert die Anforderungen an die Freigabe von Arzneimittelchargen und unterstreicht die umfassende Verantwortung der QP.

Im Kontext des Lieferantenmanagements ist Annex 16 besonders relevant, weil die sachkundige Person nur dann eine Charge zertifizieren darf, wenn sie überzeugt ist, dass alle GMP-Anforderungen – auch bei ausgelagerten Tätigkeiten – eingehalten wurden. Das setzt ein belastbares Verständnis der gesamten Lieferkette voraus. Quality Agreements müssen klar geregelt sein, Verantwortlichkeiten eindeutig zugeordnet werden und kritische Prozessschritte beim Lieferanten transparent nachvollziehbar sein. Lieferantenmanagement ist damit unmittelbar mit der Marktfähigkeit eines Produkts verknüpft.

ICH Q9 – Quality Risk Management als methodische Grundlage

ICH Q9 ist eine international harmonisierte Leitlinie der International Council for Harmonisation (ICH) und beschreibt die Grundsätze des Quality Risk Managements im pharmazeutischen Umfeld. Ziel ist es, Risiken für die Produktqualität systematisch zu identifizieren, zu bewerten, zu kontrollieren und fortlaufend zu überwachen.

Ein risikobasierter Ansatz bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht alle Lieferanten gleich behandelt werden, sondern abhängig von ihrer Kritikalität und ihrem Einfluss auf Produktqualität und Patientensicherheit gesteuert werden. Faktoren wie Materialkritikalität, Einfluss auf die Chargenfreigabe, bisherige Performance oder regulatorische Historie fließen in die Bewertung ein. Auf dieser Basis werden Auditfrequenzen, Überwachungsmaßnahmen und Ressourcen gezielt priorisiert.

Ein dokumentiertes, nachvollziehbares Quality Risk Management ist heute ein zentraler Erwartungspunkt von Behörden. Unternehmen, die ihre Lieferanten risikobasiert steuern, erhöhen nicht nur ihre regulatorische Robustheit, sondern auch die Stabilität ihrer Supply Chain.

Zusammenspiel von EU-GMP Kapitel 7, Annex 16 und ICH Q9

EU-GMP Kapitel 7, Annex 16 und ICH Q9 verfolgen unterschiedliche, aber eng miteinander verknüpfte Zielsetzungen im Lieferantenmanagement. EU-GMP Kapitel 7 bildet den verbindlichen regulatorischen Rahmen für ausgelagerte Tätigkeiten und definiert die organisatorischen sowie vertraglichen Anforderungen an Unternehmen. Annex 16 konkretisiert diese Verantwortung aus Sicht der Chargenzertifizierung und stellt die Rolle der sachkundigen Person in den Mittelpunkt – mit direktem Bezug zur praktischen Freigabeentscheidung.

ICH Q9 hingegen ist keine gesetzliche Vorschrift, sondern eine international harmonisierte Leitlinie, die die methodische Grundlage für ein systematisches, risikobasiertes Qualitätsmanagement liefert. Während Kapitel 7 und Annex 16 also festlegen, was regulatorisch gefordert ist, beschreibt ICH Q9, wie Risiken strukturiert bewertet, priorisiert und gesteuert werden können. Zusammengenommen bilden sie den rechtlichen, operativen und methodischen Rahmen für ein belastbares und auditfestes Lieferantenmanagement im GMP-Umfeld.

Lieferantenqualifizierung in der Praxis

Eine GMP-konforme Lieferantenqualifizierung beginnt vor Vertragsabschluss und umfasst mehrere Stufen:

1. Vorqualifizierung

  • Fragebögen
  • Dokumentenprüfung (z. B. Zertifikate, Auditberichte, QMS-Dokumentation)
  • Risikoeinstufung

2. Auditierung

  • Vor-Ort-Audits oder Remote-Audits
  • Bewertung der Systemwirksamkeit
  • Fokus auf kritische Prozessschritte

3. Vertragsgestaltung

  • Verbindliche Quality Agreements
  • Klare Festlegung von Verantwortlichkeiten
  • Regelung von Abweichungen und Changes

4. Kontinuierliche Überwachung

  • KPI-basierte Bewertung
  • Requalifizierung
  • CAPA-Nachverfolgung

Entscheidend ist: Ziel ist nicht die formale Checklisten-Erfüllung, sondern die Bewertung der tatsächlichen Wirksamkeit des Qualitätssystems.

Audittechniken im GMP-Umfeld: Vom Kontrollinstrument zum Dialog

Moderne Lieferantenaudits sind weit mehr als reine Kontrollmechanismen zur Überprüfung regulatorischer Anforderungen. Sie stellen ein strategisches Instrument dar, um Transparenz zu schaffen, Prozessverständnis aufzubauen und die Zusammenarbeit mit kritischen Partnern nachhaltig zu stärken. Ein wirksames Audit beginnt mit einer klaren Definition des Auditumfangs und einer risikoorientierten Schwerpunktsetzung. Dabei wird gezielt analysiert, welche Prozesse für Produktqualität und Patientensicherheit besonders relevant sind.

Im Verlauf des Audits steht nicht nur die Identifikation von Abweichungen im Vordergrund, sondern vor allem die Bewertung der Systemwirksamkeit. Entscheidend ist, ob das Qualitätssystem des Lieferanten geeignet ist, Risiken frühzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern. Ebenso wichtig ist die strukturierte Nachverfolgung identifizierter Abweichungen. Werden Auditfeststellungen nicht konsequent bearbeitet, verliert das Audit seinen nachhaltigen Nutzen.

Richtig eingesetzt, entwickeln sich Lieferantenaudits vom reinen Kontrollinstrument zu einem Dialogformat, das gegenseitiges Verständnis fördert und die Grundlage für stabile, langfristige Partnerschaften schafft. Unternehmen, die ihre Auditprogramme strategisch auf kritische Lieferanten (also Partner mit direktem Einfluss auf Produktqualität, Patientensicherheit oder Chargenzertifizierung) ausrichten und die Ergebnisse konsequent in ihr eigenes Qualitätsmanagement integrieren, reduzieren regulatorische Risiken und stärken ihre Supply Chain Integrity.

Typische Schwachstellen in Inspektionen

In der Praxis zeigen sich häufig wiederkehrende Mängel:

  • Unklare Verantwortlichkeiten im Quality Agreement
  • Fehlende risikobasierte Einstufung
  • Unzureichende Auditnachverfolgung
  • Lückenhafte Dokumentation
  • Keine systematische Requalifizierung

Ein belastbares Lieferantenmanagement-System muss diese Schwachstellen präventiv adressieren.

Fazit: Lieferantenmanagement als strategischer Compliance-Faktor

Ein wirksames Lieferantenmanagement nach GMP ist regulatorische Verpflichtung, systematisches Risikomanagement und strategischer Stabilitätsfaktor zugleich. EU-GMP Kapitel 7 und Annex 16 machen deutlich, dass Verantwortung nicht an der Unternehmensgrenze endet, sondern entlang der gesamten Lieferkette fortbesteht. ICH Q9 liefert den methodischen Rahmen, um diese Verantwortung risikobasiert und effizient wahrzunehmen.

Unternehmen, die Lieferantenmanagement strukturiert, dokumentiert und risikoorientiert gestalten, schaffen die Grundlage für belastbare Chargenzertifizierung, stabile Marktversorgung und langfristige Compliance. Compliance schafft Sicherheit – partnerschaftliche Zusammenarbeit schafft Stabilität.

Wie wir Sie unterstützen

Das Experts Institut unterstützt Unternehmen dabei, ihr Lieferantenmanagement GMP-konform und auditfest aufzustellen. Wir begleiten Sie bei der risikobasierten Bewertung und Einstufung von Lieferanten nach ICH Q9, prüfen und erstellen Quality Agreements, führen Lieferantenaudits durch und unterstützen bei der professionellen Bewertung sowie Umsetzung von CAPA-Maßnahmen. Darüber hinaus helfen wir Ihnen, Ihr bestehendes Qualitätsmanagementsystem so zu strukturieren, dass regulatorische Anforderungen nachvollziehbar erfüllt und gegenüber Behörden belastbar dargestellt werden können.

Wenn Sie Ihr Lieferantenmanagement strategisch weiterentwickeln und regulatorische Sicherheit mit operativer Stabilität verbinden möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Get ahead and in touch with us: info@expertsinstitut.de

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23. Februar 2026/von Jessica Siefert
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-23-um-15.11.54.png 1020 1536 Jessica Siefert https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Jessica Siefert2026-02-23 15:36:142026-02-23 15:36:15Lieferantenmanagement in der GMP-Branche: Regulatorischer Rahmen und Qualifizierung
GMP, GXP, KI

Pharmatauglicher Einsatz von generativer KI: Regularien, Grenzen und konkrete Umsetzungsansätze

Generative Künstliche Intelligenz (KI) und Large Language Models (LLMs) sind längst im Arbeitsalltag angekommen – auch in der Pharmaindustrie. Doch gerade in regulierten Umfeldern stellt sich nicht die Frage ob, sondern wie KI regelkonform, sicher und sinnvoll eingesetzt werden kann. Zwischen Effizienzpotenzialen, EU AI Act, GMP-Anforderungen und dem Draft des Annex 22 herrscht bei vielen Unternehmen Unsicherheit.

Im Experts Talk „Pharmatauglicher Einsatz von generativer KI“ zeigten wir praxisnah auf, welche regulatorischen Rahmenbedingungen gelten, wo reale Risiken liegen und welche KI-Anwendungen heute bereits compliant und validierbar eingesetzt werden können. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Inhalte des Webinars zusammen.

Experts Talk

Warum generative KI im Pharmaumfeld ein kritisches Thema ist

Die Relevanz von KI im pharmazeutischen Umfeld ist unbestritten. Studien und Marktanalysen zeigen, dass insbesondere in Quality Control / Manufacturing ein hohes Potenzial für KI-gestützte Anwendungen besteht. Gleichzeitig verdeutlichen aktuelle Zahlen ein ernstzunehmendes Risiko: Ein Großteil der Mitarbeitenden nutzt KI-Tools bereits heute, häufig ohne Freigabe, ohne Schulung und ohne klare Regeln.

Dieses Phänomen wird als Shadow AI bezeichnet. Es entsteht immer dann, wenn Mitarbeitende generische KI-Tools einsetzen, ohne dass das Unternehmen davon weiß oder den Einsatz kontrolliert. Die Folgen reichen von Datenschutzproblemen über Compliance-Risiken bis hin zu Verstößen gegen den EU AI Act, insbesondere gegen die Pflicht zur AI Literacy.

Welche Regularien gelten beim Einsatz von LLMs in der Pharmaindustrie?

Ein zentrales Thema ist die Einordnung der geltenden und kommenden Regularien. Entscheidend ist dabei: Nicht jedes KI-System unterliegt denselben Anforderungen. Der Einsatzkontext bestimmt die regulatorische Tiefe.

Der EU AI Act

Der EU AI Act gilt sektorübergreifend und betrifft sämtliche KI-Anwendungen im Unternehmen, vom Office-Chatbot bis zur Entscheidungsunterstützung in der Qualitätssicherung. Besonders relevant für Pharmaunternehmen sind:

  • Pflicht zur AI Literacy (Schulung der Mitarbeitenden)
  • Klassifizierung von KI-Anwendungen als High-Risk
  • Verpflichtende menschliche Aufsicht bei Hochrisiko-Systemen

Pharma zählt klar zu den Hochrisiko-Branchen, sodass automatisierte Entscheidungen ohne Human-in-the-Loop nicht zulässig sind.

GMP-Rahmenwerke

Unabhängig vom Annex 22 greifen bereits bestehende GMP-Regularien, unter anderem:

  • ICH Q9 – Qualitätsrisikomanagement
  • Annex 15 – Qualifizierung und Validierung
  • Annex 11 – Datenmanagement
  • GAMP 5 (Version 2) mit explizitem KI-Bezug

Diese bilden bereits heute den Rahmen für eine risikobasierte Bewertung und Validierung von KI-Systemen.

Annex 22 (Draft)

Der Draft des Annex 22 konkretisiert erstmals die Erwartungen an KI im GMP-Umfeld. Besonders relevant:

  • Keine generative KI für kritische GMP-Anwendungen
  • Nur statische Modelle (kein automatisches Retraining)
  • Deterministische Ergebnisse (gleicher Input → gleicher Output)
  • Anforderungen an Erklärbarkeit (XAI) – keine Black-Box-Systeme

Im Fokus stehen Anwendungen mit direktem Einfluss auf Patientensicherheit, Produktqualität oder Datenintegrität.

Was bedeutet das konkret? KI-Use-Cases im GMP-Umfeld

Trotz klarer Einschränkungen bleibt ein breites Feld an zulässigen, validierbaren und wirtschaftlich sinnvollen Einsatzmöglichkeiten.

Compliant nutzbare Anwendungsfälle:

Zu den praxistauglichen Use-Cases zählen unter anderem:

  • Unterstützung beim Dokumentenentwurf
  • Klassifikation und Extraktion von Informationen (z. B. Abweichungen)
  • Recherche in vorhandenen Dokumenten und GAP-Identifikation
  • Hyperindividualisiertes Training für Mitarbeitende
  • Datenaggregation und Trend- oder Clusteranalysen
  • Identifikation wiederkehrender Abweichungen

Diese Anwendungen sind unterstützend, nicht entscheidend – und lassen sich mit klarer Governance validierbar betreiben.

Kritische Anwendungen mit hohem Risiko:

Nicht oder nur sehr eingeschränkt zulässig sind u. a.:

  • Automatischer Batch Release
  • Echtzeit-Entscheidungen ohne menschliche Kontrolle
  • Automatische CAPA-Generierung
  • Vollautomatische Vorfallsbeschreibungen

Hier ist das Risiko von Halluzinationen, Fehlentscheidungen und regulatorischen Verstößen besonders hoch.

Human-in-the-Loop, Intended Use & Performance Monitoring

Human-in-the-Loop (HITL) bedeutet, dass KI-Systeme Mitarbeitende unterstützen, die Entscheidung jedoch immer beim Menschen verbleibt. Dieses Prinzip ist sowohl im EU AI Act als auch im Draft des Annex 22 gefordert und notwendig.

Gleichzeitig wurde aus der Praxis aufgezeigt, dass Human-in-the-Loop allein nicht ausreicht. Der langfristige Einsatz von KI kann das Entscheidungsverhalten von Mitarbeitenden beeinflussen. Wenn KI-Vorschläge über längere Zeit als zuverlässig wahrgenommen werden, besteht die Gefahr, dass Entscheidungen zunehmend unkritisch bestätigt werden.

Deshalb sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich:

  • Klar definierter Intended Use: Es muss eindeutig festgelegt werden, wofür die KI genutzt werden darf und wofür nicht. Da generative KI oft mehr kann als ursprünglich geplant, muss jede Nutzung außerhalb des definierten Anwendungszwecks bewusst geprüft werden.
  • Überwachung des Zusammenspiels von Mensch und KI: Neben der technischen Funktion der KI muss beobachtet werden, wie Mitarbeitende mit den KI-Vorschlägen umgehen und ob Entscheidungen weiterhin aktiv und kritisch getroffen werden.
  • Performance-Validierung und Versionskontrolle: Die Leistung der KI muss über die Zeit hinweg überprüft werden – insbesondere bei Änderungen von Prozessen, Regularien oder Daten. Gleichzeitig muss nachvollziehbar sein, welche System- oder Modellversion zu welchem Zeitpunkt im Einsatz war.
  • Strukturiertes Datenmanagement: Trainings-, Test- und produktiv genutzte Daten müssen klar getrennt, dokumentiert und nachvollziehbar sein, um die Qualität und Validierbarkeit der KI-Anwendung sicherzustellen.

Diese Punkte wurden im Webinar als zentrale Voraussetzungen benannt, um generative KI im GMP-Umfeld kontrolliert, nachvollziehbar und regelkonform einzusetzen.

Praxisbeispiel: Generative KI mit MyGPT von Leftshift One

Im zweiten Teil des Experts Talks zeigte Robert Spari von Leftshift One anhand von MyGPT, wie generative KI kontrolliert und compliant eingesetzt werden kann.

MyGPT ist eine KI-Plattform, die:

  • in einer geschützten Private-Cloud-Umgebung betrieben wird
  • garantiert, dass keine Daten für Retraining gespeichert werden
  • sich in bestehende Systeme integrieren lässt
  • den Einsatz generativer KI ohne Datenabfluss ermöglicht (interne oder sensible Daten verlassen das kontrollierte System nicht und werden nicht für andere Zwecke weiterverwendet)

Typische Anwendungsbeispiele:

  • Strukturierung unstrukturierter Audit-Notizen zu formalen Audit-Reports
  • Unterstützung bei wissenschaftlichen Texten nach definierten Formalkriterien
  • Nutzung interner GMP-Dokumente mittels Retrieval-Augmented Generation (die KI greift bei Anfragen gezielt auf freigegebene interne Dokumente zu, ohne diese zu trainieren oder dauerhaft zu speichern)
  • Transparente Quellenangaben zur Nachvollziehbarkeit (XAI-Ansatz)

Besonders wichtig: Die Systeme sind so konfiguriert, dass sie nicht halluzinieren, sondern ausschließlich auf freigegebene Inhalte zugreifen, was einen entscheidenden Faktor für die GMP-Tauglichkeit darstellt. Bei Fragen zu dem Tool können Sie sich gerne an Robert Spari wenden: robert.spari@leftshift.one

Fazit: Generative KI ist mit klaren Leitplanken nutzbar

Generative KI ist kein No-Go für die Pharmaindustrie, aber auch kein Selbstläufer. Unternehmen müssen heute:

  • Shadow AI aktiv adressieren
  • KI-Use-Cases strukturiert erfassen und bewerten
  • AI Literacy sicherstellen
  • Governance, Dokumentation und Human-in-the-Loop konsequent umsetzen

Wer frühzeitig handelt, kann KI als Effizienz- und Qualitätshebel nutzen, statt sie als Compliance-Risiko zu erleben.

Weitere Fragen? Treffen Sie uns live auf den Lounges in Karlsruhe

Wenn Sie das Thema pharmatauglicher Einsatz von KI weiter vertiefen möchten, freuen wir uns auf den persönlichen Austausch auf den Lounges Cleanroom and Processes 2026 in Karlsruhe. Die Messe bringt Expert*innen aus Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik und angrenzenden Branchen zusammen und bietet Raum für fachlichen Austausch zu Reinräumen, Prozessen, Technologie und regulatorischen Anforderungen.

Unser KI-Vortrag auf den LOUNGES 2026

Voraussichtlich am 24.03.2026 | 11:30 – 12:00 Uhr | Raum 11
Qualitätsentscheidungen mit KI: Annex 22 und EU AI Act

In diesem Vortrag zeigen wir, wie sich KI und Large Language Models für Qualitätsentscheidungen einsetzen lassen – ohne regulatorische Anforderungen zu verletzen. Wir geben Einblicke aus realen Projekten, ordnen Annex 22 und den EU AI Act praxisnah ein und sprechen offen über Chancen, Grenzen und typische Hürden bei der Umsetzung.

Weitere Vorträge von uns am 25.03.2026:

  • Annex 1: Große Worte, kleine Media-Fill-Taten – strategische Nutzung von Media-Fill-Tests zur nachhaltigen Verbesserung steriler Prozesse
  • Water Wars: Herausforderungen und Chancen von Reinstwasser – Biofilm-Risiken, Anlagendesign, Standardisierung und Nachhaltigkeit in der Reinstwasseraufbereitung


Besuchen Sie uns an Stand K6.1 – wir freuen uns auf spannende Gespräche und den fachlichen Austausch! Kostenfreie Tickets erhalten Sie mit dem Code EXPERTSLOUNGES26 (Registrierung erforderlich). Über folgenden Link können Sie ein Ticket buchen: https://cleanroom-processes.de/lounges-karlsruhe-2026/besuchertickets-lounges-karlsruhe-2026/

Wie das Experts Institut Sie unterstützen kann

Das Experts Institut begleitet Pharmaunternehmen bei der Einordnung regulatorischer Anforderungen, der praxisnahen Umsetzung von KI-Governance sowie bei Schulungen und Workshops rund um EU AI Act, Annex 22 und KI im GMP-Umfeld. Get ahead and in touch with us: info@expertsinstitut.de

Ergänzend zu diesem Beitrag lohnt sich ein Blick in unseren Blogartikel zum Thema Annex 22 und EU AI Act. Dort zeigen wir auf, welche KI-Anwendungen aus regulatorischer Sicht als risikoarm, begrenzt oder hochkritisch einzustufen sind und welche Vorbereitungen Unternehmen bereits heute treffen sollten: https://experts-institut.de/ki-in-der-pharmaindustrie-annex-22-eu-ai-act/

Bleiben Sie außerdem auf LinkedIn über weitere Experts Talks, Blogbeiträge und Veranstaltungen informiert: https://de.linkedin.com/company/expertsinstitut

4. Februar 2026/von Christoph Köth
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2026/02/LinkedIn.png 1080 1920 Christoph Köth https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Christoph Köth2026-02-04 15:19:352026-02-11 13:09:29Pharmatauglicher Einsatz von generativer KI: Regularien, Grenzen und konkrete Umsetzungsansätze
GMP, GXP, KI

KI in der Pharmaindustrie: Annex 22 & EU AI Act – Aktuelle Pflichten und praxisnahe Umsetzung

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gewinnt in der Pharmaindustrie rasant an Bedeutung – von Effizienzsteigerungen im Büroalltag bis hin zu komplexen Anwendungen in GMP-relevanten Prozessen. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen deutlich. Mit dem EU AI Act und dem geplanten Annex 22 zum EU-GMP-Leitfaden entsteht erstmals ein klarer regulatorischer Rahmen für den Einsatz von KI in regulierten Umfeldern.

Dieser Beitrag fasst die zentralen Inhalte des Experts Talks „KI in der Pharmaindustrie – Annex 22 & EU AI Act als Rahmen für Qualität und Effizienz“ zusammen, der am 27. November 2025 stattfand. Diskutiert wurde, was diese regulatorischen Entwicklungen konkret für Pharmaunternehmen bedeuten, welche Pflichten bereits heute gelten und wie der Weg von der Risikoanalyse zur Regelkonformität gelingen kann.

EU AI Act

Warum EU AI Act und Annex 22 jetzt relevant sind

Der EU AI Act ist die erste umfassende europäische Regulierung für den Einsatz von KI. Er verfolgt einen risikobasierten Ansatz und unterscheidet KI-Anwendungen danach, welchen potenziellen Einfluss sie auf Menschen, Sicherheit und Grundrechte haben. Für Pharmaunternehmen ist der AI Act besonders relevant, da viele KI-Anwendungen als hochrisikorelevant eingestuft werden können.

Parallel dazu konkretisiert der geplante Annex 22 die Erwartungen der Behörden an den Einsatz von KI im GMP-Umfeld. Auch wenn Annex 22 zum Zeitpunkt des Experts Talks noch nicht final verabschiedet ist, wurde im Austausch mit den Referenten deutlich: Die regulatorische Richtung ist klar – und Unternehmen sollten sich jetzt vorbereiten.

Annex 22 & EU AI Act im Überblick: Welche Regelwerke gelten für welche KI-Use-Cases – vom Office-Chatbot bis zur KI im GMP-Prozess?

Ein zentrales Thema des Experts Talks war die klare Abgrenzung der verschiedenen Regelwerke und ihrer Anwendungsbereiche. Denn nicht jede KI-Anwendung unterliegt denselben Anforderungen. Entscheidend sind Einsatzkontext, Risikopotenzial und Einfluss auf Produktqualität, Patientensicherheit und Menschenrechte.

Zwei Regelwerke – zwei Perspektiven

  • EU AI Act: Der EU AI Act ist eine horizontale, sektorübergreifende Regulierung, die den Einsatz von KI im gesamten Unternehmen adressiert. Er gilt nicht nur für GMP-Prozesse, sondern ebenso für KI-Anwendungen in HR, IT, Office-Bereichen oder im Management. Ziel ist der Schutz von Grundrechten, Sicherheit und Gesundheit sowie die Schaffung von Vertrauen in KI-Systeme.
  • Annex 22 (Draft): Der Annex 22 ist eine vertikale, GMP-spezifische Ergänzung zum EU-GMP-Leitfaden. Er fokussiert sich ausschließlich auf KI-Anwendungen im regulierten Herstellungsumfeld und adressiert insbesondere Systeme mit Einfluss auf Product Quality, Patient Safety und Data Integrity. Der Annex orientiert sich stark an GAMP-5-Prinzipien und ergänzt bestehende Regelwerke wie Annex 11 und Chapter 4.

Typische KI-Use-Cases und ihre regulatorische Einordnung

1. Office- und Support-Anwendungen (geringes bis minimales Risiko)
Beispiele:

  • Office-Chatbots zur Texterstellung oder Übersetzung
  • Rechtschreib- und Formulierungshilfen
  • KI-gestützte Ticket- oder Dokumentensortierung

Diese Anwendungen haben in der Regel keinen direkten Einfluss auf GMP-Entscheidungen oder Patientensicherheit. Dennoch ergeben sich bereits heute Anforderungen aus dem EU AI Act, insbesondere in Bezug auf:

  • Transparenz über den KI-Einsatz
  • Schulung der Mitarbeitenden (AI Literacy)
  • klare interne Regeln zur Nutzung und zum Umgang mit Daten

2. Entscheidungsunterstützende KI-Systeme (begrenztes bis hohes Risiko)
Beispiele:

  • KI-basierte Entscheidungsunterstützung in QA oder Produktion
  • Prognosemodelle für Wartung, Abweichungen oder Kapazitätsplanung

Hier steigen die regulatorischen Anforderungen deutlich. Relevant sind unter anderem:

  • strukturierte Risikobewertung und Klassifizierung
  • Dokumentation von Modellen, Datenbasis und Entscheidungslogiken
  • klare Governance-Strukturen und Verantwortlichkeiten
  • Konzepte zur menschlichen Kontrolle (Human-in-the-Loop)

Je stärker Entscheidungen automatisiert oder vorbereitet werden, desto näher rücken diese Systeme an den Hochrisikobereich des EU AI Acts.

3. KI im GMP-Kernprozess (hohes Risiko / Annex-22-relevant)
Beispiele:

  • KI-gestützte Prozessüberwachung
  • automatisierte Qualitätsbewertungen
  • KI-Systeme mit Einfluss auf Freigabeentscheidungen

Diese Anwendungen stehen klar im Fokus des Annex 22. Der Draft macht deutlich:

  • Kritische KI-Systeme müssen deterministisch, validierbar und erklärbar (XAI) sein
  • Dynamisch lernende Systeme und generative KI sind für kritische GMP-Anwendungen derzeit nicht vorgesehen
  • Human-in-the-Loop ist zwingend erforderlich
  • Datenqualität, Rückverfolgbarkeit und Lebenszyklus-Dokumentation sind zentrale Erfolgsfaktoren

Der Experts Talk zeigte deutlich: EU AI Act und Annex 22 sind keine Alternativen, sondern ergänzen sich. Unternehmen müssen beide Perspektiven berücksichtigen, um KI regelkonform und nachhaltig einzusetzen.

Was Pharmaunternehmen bereits heute beachten müssen

Ein zentrales Fazit des Experts Talks: Warten ist keine Option. Auch ohne final verabschiedeten Annex 22 ergeben sich bereits heute konkrete Anforderungen aus bestehenden GMP-Regularien, dem EU AI Act sowie aus allgemeinen Grundsätzen der Qualitätssicherung.

Besonders betont wurde, dass Unternehmen sich einen strukturierten Überblick über alle eingesetzten oder geplanten KI-Anwendungen verschaffen müssen. Unabhängig davon, ob diese im GMP-Kernprozess, in unterstützenden Bereichen oder im Büroalltag eingesetzt werden.

Zu den zentralen Anforderungen zählen insbesondere:

  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit von KI-Systemen
  • Risikobewertung und Klassifizierung der KI-Use-Cases
  • Dokumentation und Governance über den gesamten Lebenszyklus
  • Schulung und Qualifikation der Mitarbeitenden

Ein besonderes Risiko stellt dabei Shadow AI dar – also der unkontrollierte Einsatz generischer KI-Tools wie ChatGPT im Arbeitsalltag. Ohne klare Regeln, Freigaben, Schulungen und Dokumentation kann dies schnell zu Abweichungen und Compliance-Risiken führen.

KI-Governance praxisnah umsetzen: Tool zur Unterstützung regulatorischer Anforderungen

Es wurde deutlich, dass regulatorische Anforderungen wie EU AI Act, Annex 22 (Draft) und ISO/IEC 42001 nur dann wirksam umgesetzt werden können, wenn sie in klare, praktikable Strukturen übersetzt werden.

Hier setzt eine KI-Governance-Lösung von Goodly Technologies an, die derzeit speziell für regulierte Branchen entwickelt wird. Das Tool unterstützt Unternehmen dabei, KI-Systeme strukturiert und nachvollziehbar über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu steuern: von der Planung über den Einsatz bis zur kontinuierlichen Überwachung.

Im Fokus stehen unter anderem:

  • systematische Erfassung und Klassifizierung von KI-Anwendungen
  • Dokumentation von Verantwortlichkeiten, Risiken und Kontrollen
  • Abbildung zentraler Anforderungen aus Annex 22
  • Integration von SOPs, Schulungen und Nachweisen zur Audit- und Inspektionsfähigkeit

Ziel ist es, KI nicht zu begrenzen, sondern als Grundlage für Innovation und regulatorische Sicherheit kontrolliert nutzbar zu machen. Bei Fragen zu dem Tool können Sie sich gerne an Robert Hoffmeister wenden: robert.hoffmeister@goodly-technologies.com

Fazit: Jetzt die Weichen für regelkonforme KI stellen

Der Experts Talk vom 27. November 2025 machte deutlich, dass der EU AI Act und der geplante Annex 22 keine abstrakten Zukunftsthemen sind, sondern bereits heute konkrete Auswirkungen auf den Arbeitsalltag in Pharmaunternehmen haben.

Unternehmen, die KI bereits einsetzen oder den Einsatz planen, sollten frühzeitig handeln:

  • KI-Use-Cases identifizieren
  • Risiken bewerten
  • Verantwortlichkeiten klären
  • Prozesse definieren
  • Mitarbeitende schulen

Eine strukturierte Vorbereitung ermöglicht es, regulatorische Anforderungen nicht als Bremse, sondern als Fundament für einen sicheren, effizienten und nachhaltigen KI-Einsatz zu nutzen.

Wie das Experts Institut Sie unterstützen kann

Das Experts Institut begleitet Pharmaunternehmen bei der Einordnung regulatorischer Anforderungen, der praxisnahen Umsetzung von KI-Governance sowie bei Schulungen und Workshops rund um EU AI Act, Annex 22 und KI im GMP-Umfeld. Get ahead and in touch with us: info@expertsinstitut.de

Darüber hinaus wird die Experts-Talk-Reihe fortgesetzt. Der nächste Experts Talk findet am 22. Januar um 10:30 Uhr zum Thema „Pharmatauglicher Einsatz von generativer KI“ statt. Zur Anmeldung:
https://academy.experts-institut.de/ExpertsTalkmitChristophKthRobertSpariPharmatauglicherEinsatzvongenerativerKI

Weitere Beiträge finden Sie in unserem Newsroom:
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12. Januar 2026/von Christoph Köth
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2026/01/LinkedIn.jpg 1080 1920 Christoph Köth https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Christoph Köth2026-01-12 17:59:082026-01-21 13:15:41KI in der Pharmaindustrie: Annex 22 & EU AI Act – Aktuelle Pflichten und praxisnahe Umsetzung
GMP, News

Die wichtigsten GMP-Erkenntnisse 2025 und Prognosen für 2026

Die regulatorischen Anforderungen im GMP-Umfeld haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. 2025 zeigt sich deutlicher denn je: Es reicht nicht mehr aus, Vorgaben formal zu erfüllen. Behörden erwarten nachvollziehbare Entscheidungen, stabile Prozesse und eine Qualität, die im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt wird. Für viele Unternehmen bedeutet das ein grundlegendes organisatorisches, technisches und kulturelles Umdenken.

GMP wird zunehmend als integriertes System verstanden, in dem Prozesse, Menschen, Daten und Technik eng miteinander verzahnt sind. Einzelmaßnahmen oder isolierte Korrekturen reichen nicht aus, um langfristig auditsicher zu bleiben.

GMP

Von Dokumentation zu gelebter GMP-Compliance

Inspektionen und Audits fokussieren sich zunehmend darauf, wie Qualitätssysteme im Tagesgeschäft tatsächlich funktionieren. Abweichungsmanagement, Change Control und CAPA-Prozesse werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Verantwortlichkeiten, Schnittstellen, Eskalationswegen und Entscheidungslogiken.

2025 hat gezeigt, dass Inspektor*innen verstärkt hinterfragen, wer Entscheidungen trifft, auf welcher fachlichen Grundlage diese erfolgen und wie konsistent sie umgesetzt werden. Prozesse, die auf dem Papier schlüssig erscheinen, im Alltag aber unterschiedlich interpretiert oder angewendet werden, rücken schnell in den Fokus.

Ein zentrales Learning: Konsistenz ist ein entscheidender GMP-Faktor. Unterschiede zwischen Schichten, Standorten oder Verantwortungsbereichen werden zunehmend als systemisches Risiko bewertet. Insbesondere dann, wenn sie nicht erkannt, bewertet oder begründet werden.

CAPA, Change Control und Abweichungen im Kontext betrachtet

Aktuelle FDA-Warning Letters machen deutlich, dass eine rein formale Abarbeitung von Abweichungen und CAPA-Maßnahmen nicht mehr akzeptiert wird. Besonders kritisch bewertet die FDA das sogenannte „Testen bis zur Konformität“, bei dem Prüfungen wiederholt werden, ohne die eigentliche Ursache eines Problems zu identifizieren und nachhaltig zu beheben.

Stattdessen erwartet die FDA belastbare Ursachenanalysen mit erweitertem Blick: betroffene und angrenzende Chargen, vergleichbare Produkte, gemeinsam genutzte Anlagen sowie historische Trends müssen systematisch einbezogen werden. Ebenso wird eine nachvollziehbare Wirksamkeitsprüfung der CAPA-Maßnahmen eingefordert.

Bei hohen oder nicht akzeptablen Risiken sind zeitnahe und sichtbare Maßnahmen erforderlich. Verzögerungen – selbst wenn sie später korrigiert werden – schwächen aus Sicht der FDA das Vertrauen in das Qualitätssystem. Gleichzeitig rückt die Verantwortung von Qualitätseinheit und Management stärker in den Fokus: Wirksame CAPA setzen aktives Quality Oversight, kontinuierliche Trendanalysen und klare Entscheidungswege voraus.

Datenintegrität bleibt ein kritischer Prüfpunkt

Datenintegrität ist weiterhin eines der sensibelsten Themen im GMP-Umfeld – und 2025 hat diese Entwicklung nochmals verschärft. Behörden achten verstärkt auf vollständige Audit Trails, konsistente Datenflüsse, klare Rollen- und Zugriffskonzepte sowie auf den Umgang mit Ausnahmen und manuellen Eingriffen.

Auffällig ist, dass Datenintegrität zunehmend nicht nur als IT-Thema, sondern als organisationsübergreifende Aufgabe verstanden wird. Schulung, Bewusstsein und Führung spielen dabei eine ebenso große Rolle wie technische Kontrollen.

Technik, Prozesse und Qualitätseinheiten im Zusammenspiel

Technische Schwachstellen – etwa in der Anlagenqualifizierung, Wartung, Reinigung oder im Monitoring – führen weiterhin häufig zu Beanstandungen. Entscheidend ist jedoch immer seltener der einzelne Mangel, sondern die Frage, wie systematisch Unternehmen mit solchen Themen umgehen.

2025 wurde deutlich: Behörden bewerten stärker, ob Prozesse verstanden, überwacht und kontinuierlich verbessert werden oder ob lediglich auf Abweichungen reagiert wird. Ein reaktiver Ansatz gilt zunehmend als unzureichend.

Parallel dazu rückt die Rolle der Qualitätseinheit stärker in den Mittelpunkt. Qualitätseinheiten werden nicht mehr primär als Freigabestelle gesehen, sondern als aktive Steuerungs- und Überwachungseinheit. Erwartet werden fachliche Tiefe, Entscheidungsstärke und die Fähigkeit, Risiken klar zu adressieren – auch gegenüber operativen Bereichen.

Lessons Learned 2025: Wiederkehrende Muster aus Audits

Über viele Audits hinweg lassen sich für 2025 einige übergreifende Erkenntnisse festhalten:

  • Unklare Verantwortlichkeiten sind ein häufiger Ausgangspunkt für GMP-Abweichungen
  • Entscheidungen ohne dokumentierte fachliche Begründung werden zunehmend hinterfragt
  • Schulung allein reicht nicht aus, Anwendung und Verständnis zählen
  • Qualitätssysteme müssen als Ganzes funktionieren, nicht nur in einzelnen Modulen

Unternehmen, die diese Muster frühzeitig erkennen und adressieren, sind deutlich besser aufgestellt als solche, die nur punktuell reagieren.

Ausblick: GMP wird 2026 noch digitaler, risikobasierter und vernetzter

Mit Blick auf 2026 ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklungen weiter verstärken. GMP-Praxis bewegt sich klar in Richtung:

  • stärker integrierter digitaler Qualitätssysteme
  • datenbasierter Trendanalysen und Kennzahlen
  • vorausschauender Qualitätssicherung statt reiner Fehlerkorrektur

Risikobasierte Ansätze sind endgültig kein „Nice to have“ mehr, sondern regulatorischer Standard. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Systemverständnis, insbesondere bei komplexen Herstellprozessen, Biologika und neuartigen Therapien.

Unternehmen, die ihre GMP-Organisation heute ganzheitlich ausrichten, schaffen nicht nur Auditsicherheit, sondern auch langfristige Stabilität in einem zunehmend komplexen regulatorischen Umfeld.

Wie das Experts Institut Sie unterstützt

Wir begleiten Unternehmen entlang des gesamten GMP-Lebenszyklus: von GMP-Assessments und Audit-Vorbereitungen über Hands-on-Support in Projekten, Interim-Management bis hin zu praxisnahen Schulungen für Fach- und Führungskräfte. Unser Fokus liegt dabei stets auf umsetzbaren Lösungen, regulatorischer Sicherheit und einer Qualität, die im Alltag funktioniert.

Unser Anspruch: GMP-Compliance, die nicht nur auf dem Papier besteht, sondern Audits standhält und Prozesse nachhaltig stärkt. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Ihre GMP-Organisation zukunftssicher aufstellen möchten. Get ahead and in touch with us – info@expertsinstitut.de

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15. Dezember 2025/von Christoph Köth
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2025/12/LinkedIn-Kopie-3.jpg 1080 1920 Christoph Köth https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Christoph Köth2025-12-15 15:52:222025-12-15 15:58:14Die wichtigsten GMP-Erkenntnisse 2025 und Prognosen für 2026
GMP

GMP-Audits erfolgreich meistern: Worauf es wirklich ankommt

GMP-Audits gehören zu den zentralen Qualitätssicherungsinstrumenten in der Pharma- und Life-Science-Industrie. Sie prüfen, ob Herstellprozesse, Dokumentationen, Systeme und Arbeitsweisen jederzeit den regulatorischen Anforderungen entsprechen. Dabei geht es nicht nur um die Einhaltung formaler Vorgaben, sondern um die Sicherstellung von Produktsicherheit, Prozessstabilität und gelebter Qualität. Erfolgreiche GMP-Audits sind damit ein wesentlicher Beitrag zur Patient*innensicherheit, unternehmerischen Risikominimierung und nachhaltigen Compliance-Kultur.

GMP-Audits

Warum GMP-Audits eine strategische Bedeutung haben

Ein Audit ist weit mehr als ein Kontrolltermin. Es signalisiert Qualität, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Kund*innen, Behörden und Patient*innen. Unternehmen, die Auditstabilität als Teil ihrer Organisationskultur etablieren, profitieren nicht nur von regulatorischer Sicherheit, sondern auch von besseren internen Prozessen, klaren Zuständigkeiten und erhöhter Effizienz. Findings sind dabei kein Misserfolg, sondern ein wertvoller Indikator zur Weiterentwicklung.

Auditvorbereitung

Die Vorbereitung auf ein GMP-Audit beginnt nicht erst in den Tagen vor dem Termin, sondern ist Teil eines kontinuierlichen Compliance-Managements. Ein auditstabiles Unternehmen zeichnet sich durch vollständige und aktuelle Dokumentation, klare Verantwortlichkeiten, einheitliche Standards und ein strukturiertes Trainings- und Kompetenzmanagement aus. Ein wichtiger Baustein ist zudem die interne Kommunikation: Mitarbeitende sollten verstehen, warum Audits stattfinden, welche Erwartungen bestehen und wie sie sicher und faktenbasiert kommunizieren können. Viele Unternehmen nutzen interne Mock-Audits oder Q&A-Trainings, um Sicherheit zu schaffen und typische Situationen realitätsnah zu üben.

Auditdurchführung

Während der Auditdurchführung stehen Klarheit, Nachvollziehbarkeit und Integrität im Mittelpunkt. Auditor*innen bewerten nicht nur Dokumente und Prozesse, sondern auch die Organisation als Ganzes: Wissen Mitarbeitende, wie Prozesse funktionieren? Können Entscheidungen erklärt werden? Gibt es eine sichtbare Qualitätskultur? Erfolgreiche Auditteilnehmer*innen antworten präzise, faktenbasiert und nur innerhalb ihres Verantwortungsbereichs. Ebenso wichtig ist eine strukturierte Begleitung des Audits vor Ort: ein definierter Ablauf, vorbereitete Räume, saubere begleitende Dokumentation und ein professionelles Kommunikationsverhalten unterstützen ein positives Ergebnis.

Nachbereitung

Die Phase nach dem Audit entscheidet über den langfristigen Nutzen. Findings sollten systematisch analysiert und nicht isoliert betrachtet werden. Ursachenanalysen helfen dabei, strukturelle Schwachstellen zu erkennen, statt lediglich Symptome zu beheben. Maßnahmenpläne sollten realistisch terminiert, klare Verantwortliche haben und im Anschluss auf ihre Wirksamkeit geprüft werden. So entsteht ein lernendes System, das Qualität fortlaufend optimiert.

Typische Auditrisiken und wie Unternehmen ihnen vorbeugen

In vielen GMP-regulierten Organisationen entstehen Auditabweichungen nicht durch fehlendes Fachwissen, sondern durch Prozesslücken, uneinheitliche Umsetzung und mangelnde Dokumentationsqualität. Häufige Risikofaktoren sind:

• Unvollständige, widersprüchliche oder veraltete Dokumente
• Prozesswissen, das nur mündlich existiert („Tribal Knowledge“)
• Fehlende Begründungen oder Risikoabwägungen in Entscheidungen
• Schulungsnachweise ohne nachweisbare Kompetenzbewertung
• Mangelhafte Datenintegrität oder unklare Rollen und Verantwortlichkeiten

Ein wirkungsvoller Ansatz liegt daher nicht im kurzfristigen „Aufpolieren“ vor einem Audit, sondern in operativer Routinequalität: Prozesse müssen so gestaltet sein, dass sie jederzeit auditfähig sind und zwar transparent, reproduzierbar, risikobasiert und datenin­te­gritätskonform. Auditstabilität entsteht, wenn Dokumente die Realität widerspiegeln und Realität regelkonform gelebt wird.

Begleitung durch das Experts Institut

Wir unterstützen Unternehmen in allen Auditphasen, von der ersten Standortbestimmung über die Durchführung praxisnaher Mock-Audits bis hin zur nachhaltigen Umsetzung von Korrekturen. Unsere Arbeit ist praxisorientiert, regulatorisch fundiert und auf den individuellen Reifegrad ausgerichtet. Dabei verfolgen wir das Ziel, Auditstabilität dauerhaft zu verankern und Qualität lebbar, nachvollziehbar und messbar zu machen.

Fazit: Auditstärke entsteht durch gelebte Qualität

Erfolgreiche GMP-Audits sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer professionellen Qualitätskultur, klarer Verantwortlichkeiten und kontinuierlicher Verbesserung. Unternehmen, die Audits als Chance statt als Belastung verstehen, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit, erhöhen ihr Compliance-Level und fördern eine nachhaltige, prozessorientierte Unternehmensentwicklung.

Wenn Sie Ihre Auditstabilität ausbauen oder Ihre Prozesse auf den nächsten Reifegrad entwickeln möchten, unterstützen wir Sie gerne. Get ahead and in touch with us – info@expertsinstitut.de

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18. November 2025/von Jessica Siefert
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/71.png 1080 1920 Jessica Siefert https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Jessica Siefert2025-11-18 13:50:222025-11-18 13:50:23GMP-Audits erfolgreich meistern: Worauf es wirklich ankommt
GMP, GXP, Sustainability

Continuous Manufacturing: Zukunftstrend in der Pharmaindustrie

Die Pharmaindustrie steht an einem Wendepunkt. Jahrzehntelang prägten klassische Batch-Verfahren die Herstellung von Arzneimitteln. Diese haben sich zwar bewährt, doch sie gelten heute oft als starr, langsam und ressourcenintensiv. Mit Continuous Manufacturing eröffnet sich ein neuer Weg: Die Produktion läuft nicht mehr in einzelnen Chargen, sondern kontinuierlich und ohne Unterbrechung. Damit verändert sich nicht nur die Geschwindigkeit der Fertigung, sondern auch die Qualität, Flexibilität und Nachhaltigkeit pharmazeutischer Prozesse.

Continuous Manufacturing

Was bedeutet Continuous Manufacturing?

Im Unterschied zum traditionellen Batch-Verfahren ermöglicht Continuous Manufacturing eine durchgängige Produktion in einem geschlossenen System. Während früher Zwischenlagerungen und Wartezeiten unvermeidlich waren, erlaubt die kontinuierliche Fertigung eine konstante Herstellung und Überwachung. Unternehmen profitieren dadurch von kürzeren Produktionszeiten, einer gleichbleibenden Produktqualität und einer effizienteren Nutzung von Ressourcen. Gleichzeitig eröffnet die Technologie die Möglichkeit, flexibler auf Nachfrageschwankungen zu reagieren und Lieferengpässe zu vermeiden. Continuous Manufacturing ist somit weit mehr als eine technologische Neuerung, es steht für einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Pharmaindustrie.

Digitalisierung als Motor für Prozessstabilität

Die Vorteile kontinuierlicher Fertigung lassen sich nur durch eine konsequente digitale Transformation ausschöpfen. Moderne Sensorik, Process Analytical Technology (PAT) und Advanced Process Control (APC) ermöglichen es, Produktionsprozesse in Echtzeit zu überwachen. Auf diese Weise wird die Prozessstabilität abgesichert, Abweichungen können sofort erkannt und korrigiert werden. Gleichzeitig sorgt die durchgängige Datenerfassung dafür, dass Qualitätsinformationen nahtlos dokumentiert und in regulatorische Systeme eingebunden werden. So entsteht nicht nur eine stabile und sichere Produktion, sondern auch eine höhere Transparenz im Hinblick auf GMP-Compliance.

Regulatorische Anforderungen im Fokus

Auch die Behörden haben das Potenzial erkannt. Die FDA gilt als Vorreiter und hat bereits erste Genehmigungen für kontinuierliche Fertigungsprozesse erteilt. In Europa nimmt die EMA die Thematik ebenfalls verstärkt in den Blick. Für Unternehmen bedeutet das: Wer frühzeitig in Continuous Manufacturing investiert, erleichtert sich nicht nur die spätere Zulassung, sondern verschafft sich auch eine strategische Position im Hinblick auf künftige Inspektionen. Pilotprojekte sind ein wertvoller Weg, um Erfahrungen zu sammeln und regulatorische Erwartungen von Anfang an zu berücksichtigen.

Auswirkungen auf Lieferketten und Nachhaltigkeit

Ein oft unterschätzter Aspekt kontinuierlicher Fertigung ist ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit. Durch den reduzierten Energie- und Materialverbrauch entstehen weniger Abfälle. Gleichzeitig ermöglicht die kontinuierliche Produktion eine Herstellung „on demand“, wodurch Lagerbestände verringert und Medikamente schneller verfügbar gemacht werden können. Gerade in Krisensituationen oder bei Lieferengpässen bietet Continuous Manufacturing damit einen entscheidenden Vorteil. Für die globalen Lieferketten pharmazeutischer Unternehmen bedeutet dies mehr Flexibilität, kürzere Reaktionszeiten und eine insgesamt höhere Versorgungssicherheit.

Herausforderungen auf dem Weg zur Umsetzung

Natürlich ist der Umstieg auf Continuous Manufacturing mit Hürden verbunden. Hohe Anfangsinvestitionen, komplexe Schnittstellen zwischen IT, Automatisierung und Qualitätsmanagement sowie der Mangel an qualifizierten Fachkräften stellen Unternehmen vor große Aufgaben. Doch gerade deshalb empfiehlt es sich, schrittweise vorzugehen: Pilotprojekte bieten die Möglichkeit, Risiken zu minimieren und Know-how aufzubauen, bevor die Technologie in großem Maßstab eingeführt wird. Wer diesen Weg bewusst plant, kann die Lernkurve aktiv gestalten und den Wandel nachhaltig verankern.

Fazit: Experts Institut als Partner für Ihre Transformation

Continuous Manufacturing ist kein Trend, sondern die Zukunft pharmazeutischer Produktion. Unternehmen, die den Schritt frühzeitig gehen, sichern sich nicht nur Vorteile in Effizienz und Qualität, sondern auch im Hinblick auf regulatorische Akzeptanz und Marktposition.

Das Experts Institut unterstützt Sie dabei mit praxisnaher Beratung, passgenauen Trainings und der Begleitung Ihrer Digitalisierungs- und Modernisierungsprojekte. Von der Machbarkeitsanalyse über die Entwicklung eines Umsetzungsplans bis hin zur regulatorisch sauberen Implementierung begleiten wir Sie auf Ihrem Weg zur kontinuierlichen Fertigung.

Kontaktieren Sie uns für maßgeschneiderte Lösungen, gemeinsam machen wir Ihre Produktion zukunftssicher. Get ahead and in touch with us – info@expertsinstitut.de

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24. September 2025/von Christoph Köth
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2025/09/LinkedIn.png 1080 1920 Christoph Köth https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Christoph Köth2025-09-24 18:35:572026-02-11 13:12:07Continuous Manufacturing: Zukunftstrend in der Pharmaindustrie
GMP, GXP

So gelingt ein wirksames Qualitätsmanagementsystem (QMS) nach ISO  9001

Ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) nach ISO  9001 ist weit mehr als ein formales Regelwerk – es ist ein strategisches Instrument, mit dem Unternehmen ihre internen Abläufe transparent gestalten, Kundenerwartungen verlässlich erfüllen und dauerhaft Vertrauen bei Mitarbeitenden, Partnern und Kunden aufbauen können. Wer Qualitätsmanagement nicht als Pflicht, sondern als gelebte Praxis versteht, legt den Grundstein für nachhaltige Effizienz, Risikominimierung und echten Markterfolg.

In einer zunehmend komplexen Wirtschaftswelt mit globalen Lieferketten, strengeren regulatorischen Vorgaben und steigendem Wettbewerbsdruck rückt die Frage nach verlässlicher Qualität in den Fokus. Gerade Unternehmen, die sich zukunftssicher aufstellen wollen, benötigen strukturierte Systeme, um Anforderungen systematisch zu erfüllen und zugleich Verbesserungspotenziale aktiv zu nutzen. Die Norm ISO  9001 bietet hierfür den weltweit anerkannten Rahmen, doch sie entfaltet ihren vollen Nutzen erst dann, wenn sie in den Arbeitsalltag integriert und aktiv gelebt wird.

QMS

Was die ISO  9001 fordert und warum das für Sie relevant ist

Ein zentraler Gedanke der ISO  9001 ist das Verständnis für den Kontext Ihrer Organisation. Welche internen und externen Einflussfaktoren prägen Ihr Unternehmen? Welche Anforderungen stellen Kunden, Regulierungsbehörden, Partner oder die eigene Belegschaft? Wer sich mit diesen Fragen intensiv auseinandersetzt, schafft die Basis für ein passgenaues QMS, das sich nicht nur an Normen orientiert, sondern auch an Ihrer Unternehmensrealität.

Die Norm verlangt außerdem, Chancen und Risiken systematisch zu analysieren und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten. Sie fordert eine klare Definition des Anwendungsbereichs des Qualitätsmanagementsystems und eine regelmäßige Überprüfung der strategischen Ausrichtung.

Führung beginnt mit Verantwortung für Qualität

Die ISO  9001 unterstreicht die Rolle der obersten Leitung im Qualitätsmanagement. Qualität ist keine Aufgabe, die delegiert werden kann, sie muss aktiv vorgelebt werden. Das bedeutet: Die Geschäftsführung sollte nicht nur eine verbindliche Qualitätspolitik formulieren, sondern diese auch kommunizieren, um Mitarbeitende mitzunehmen und das Thema im Alltag zu verankern.

Kundenzufriedenheit ist ein strategisches Ziel und Qualität das Instrument, um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen. Ein wirksames QMS unterstützt die Unternehmensleitung dabei, diese Verantwortung strukturiert wahrzunehmen.

Dokumentation schafft Struktur und Verlässlichkeit

Ein zentrales Element der ISO  9001 ist die Steuerung und Pflege dokumentierter Informationen. Ob Prüfprotokolle, Arbeitsanweisungen oder Schulungsnachweise: Alle relevanten Unterlagen müssen nachvollziehbar, versioniert, freigegeben und sicher aufbewahrt werden.

Viele Unternehmen profitieren hier von einem digitalen Dokumentenmanagementsystem, das Transparenz, Konsistenz und schnellen Zugriff ermöglicht. Das Ziel ist klar: Prozesse sollen nicht nur stattfinden, sie sollen dokumentiert, kontrollierbar und stetig verbesserbar sein.

Qualität im Tagesgeschäft verankern

Ein Qualitätsmanagementsystem darf kein reines Papiertiger-Konstrukt sein. Die ISO  9001 fordert explizit, dass Qualität in der täglichen Arbeit sichtbar und wirksam wird. Dazu gehört etwa die prozessorientierte Steuerung von Abläufen, die Auswahl und Qualifikation externer Dienstleister oder ein durchdachter Umgang mit Abweichungen und Reklamationen.

Unternehmen, die regelmäßig interne Audits durchführen, ihre Mitarbeiter aktiv einbinden und Rückmeldungen ernst nehmen, schaffen eine dynamische Qualitätskultur und stellen sicher, dass ihr QMS auch im Alltag funktioniert.

Messen, bewerten, verbessern – mit System

Nur was gemessen wird, kann verbessert werden. Deshalb sieht die ISO  9001 regelmäßige Bewertungen der Qualitätsleistung vor, anhand klarer Kennzahlen, systematisch erhobener Kundenzufriedenheit und dokumentierter Audit-Ergebnisse.

Managementbewertungen sind dabei kein Selbstzweck, sondern ein wichtiges Instrument zur strategischen Steuerung. Sie helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Verbesserungspotenziale frühzeitig zu identifizieren.

Kontinuierliche Verbesserung als Haltung

Ein starkes QMS ist kein statisches Gebilde. Es lebt von der Bereitschaft, besser zu werden. Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen, Lessons Learned aus Projekten und Audits sowie die aktive Einbindung von Mitarbeitenden in Verbesserungsprozesse sorgen dafür, dass Qualität nicht stagniert, sondern wächst.

Die ISO  9001 macht deutlich: Qualität ist kein Projekt mit Anfang und Ende, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der gelebt werden muss.

Fazit: Mit gelebtem QMS langfristig erfolgreich

Ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO  9001 kann der entscheidende Unterschied sein – zwischen reaktiver Fehlerbehebung und proaktiver Unternehmenssteuerung. Es hilft, Klarheit in komplexen Prozessen zu schaffen, Risiken zu erkennen, Potenziale zu nutzen und Kunden wie Mitarbeitende nachhaltig zu überzeugen.

In einer Zeit, in der Vertrauen, Transparenz und Effizienz erfolgsentscheidend sind, wird ein gelebtes QMS zum strategischen Erfolgsfaktor – weit über die Zertifizierung hinaus.

Sie möchten Ihr Qualitätsmanagement weiterentwickeln?

Ob GAP-Analyse, Auditvorbereitung oder operative Umsetzung – wir begleiten Sie auf dem Weg zu einem wirkungsvollen Qualitätsmanagementsystem nach ISO  9001. Get ahead and in touch with us – info@expertsinstitut.de

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31. Juli 2025/von Lirim Smajli
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GMP, GXP

Untrue Supplier-Audit-Reports: The Danger of Ethnocentric GMP-Auditing

If You are in any QA / QU role and are responsible for audits and audit reports in the GxP-context, I encourage You to take time and read this, it will be worth Your while. And if You are a QP (like I have been), this is likely to help You.

Where We Pick Up the Audit Topic

Manufacturers of pharmaceutical products and marketing authorization holders are required to ensure that audits at critical suppliers and service providers are done in a regular basis: active substance suppliers, suppliers of primary and printed packaging materials, and many others. This is basic, everyone knows this. However…

The supply chain is typically globalized and suppliers and manufacturers of materials are located all over the globe. When audits are carried out at suppliers located in a different culture, auditors always bring in their understanding of GMP and quality expectations-and here is the news: these are projected by the auditors on the auditees in culturally driven way and interpretation.

Auditors are Biased and Lack Understanding

Often auditors are trained to ask clear questions, closed questions, sometimes intentionally open questions, hypothetical questions, and often “show me” questions. Auditors expect to hear clear cut answers, yes or no, black or white, clarity – ambiguity is not typically acceptable as an answer.

But this way of auditing and listening in audits is actually called #ethnocentrism and it leads to very inaccurate audit reports. Such inaccuracy is very dangerous for supply chain and product quality asusrance! And this is a danger this industry cannot affort. We don´t produce umbrellas, but medication, we do this for patients, people who have serious needs..

Auditors assume to be heard and understood like they would be in their own birth cultural context, and even in their own company. It is an expectation which auditors bring with them due to their cultural bias in how communication should work. And so they filter what they see and hear in an audit through what they believe everyone uses to communicate.

Another assumption is that because a standard like GMP is laid down in writing, everyone sort of will understand this the same way, or at least to a contained degree of variability. Another ehtnocentric assumption: keeping in with the text of GMP requirements is what drives quality. As long as everyone else shares this – no problem. But the issue is: not everyone does! As a matter of fact, most cultures in this world do not share the mindset that underlies GMP.

The underlying problem is that GMP and similar quality standards have spawned in a Western cultural framework. This framework is not the majority reality in the world, it is a minority view no matter how important we think we are. Auditors do in almost all cases not know this, and they do not understand how big the impact of this is on what is heard and understood in audits, and what documents and records really mean.

It is needless to say that many drug manufacturing companies care very little about this aspect of audits and audit reports. Since the auditee is perceived as a supplier and only as that, the auditors feel – just like their company – that treating audit situations as an exchange of two business partners is not necessary. Another proof of ethnocentrism.

Real Consequences – Supply Contraction and Patient Risk

Especially in Asia (supplier in China, India, Japan to name a few) this will ultimately lead to a contraction of the supply range, meaning that the supply to European and Western-based companies will be a decreasing market priority to these Asian suppliers. Suppliers in Asia are fine with the Asian market alone, we must not forget that. The West is a very small part of the global village community. If we don´t take this seriously then it is our own fault.

The much bigger issue for the now is though that audit reports most often misrepresent what is going on at the supplier. Miscommunication happens so often without the auditor(s) even noticing it. And it ends up in the audit report, either as a conclusion that a particular audit topic was fine at the supplier (though it wasn´t) or that observations and deficiencies are noted that are simply not true.

The issues that come with ethnocentric auditing, which happens in almost every cross-cultural audit are significant and relevant! And they are essentially unaddressed. Auditors should not be sent into such an audit setting without a proper understandig of this.

Now What?

We seek to train our consultants and audit specialists at EI and our client auditors regarding this issue. And although no person can be truly multicultural, knowing the pitfalls makes a world of difference for the quality that is delivered.

If You are an auditor You cannot guess things in another culture, even in a business or highly regulated setting. Someone needs to show You, teach You, make You understand, and apply it. If not then audit reports will be sub-standard, inaccurate at best. And we will convince ourselves erroneously that we did a good job, and we will deceive ourselves to think that we were the ones who taught the auditee something new, although it is us who had a chance to learn and we did not take it.

Do You want to be an auditor who after 30 or 40 years of work realizes “goodness I got this wrong all my life”? Patient health and safety depend more on accurate auditing than we might think. We owe it to those who depend on medication to do our vey best.

If You like to know more about this, feel free to contact d.gross@expertsinstitut.de or visit https://experts-institut.de.

9. Januar 2025/von Dr. rer. nat. Dietmar Gross
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2025/01/1732195742249.jpeg 720 1280 Dr. rer. nat. Dietmar Gross https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Dr. rer. nat. Dietmar Gross2025-01-09 11:29:252026-02-11 13:30:34Untrue Supplier-Audit-Reports: The Danger of Ethnocentric GMP-Auditing
GMP, GXP

Einblicke in unsere Projekterfahrungen: Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV) in der Pharmaindustrie erfolgreich umsetzen

Im Rahmen eines Projekts für einen pharmazeutischen Hersteller und dessen Auftragshersteller haben wir unsere Kompetenz in der Umsetzung von Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV) unter Beweis gestellt. Ziel des Projekts war es, die Qualitätssicherungsprozesse zu optimieren und die Einhaltung der aktuellen GMP-Richtlinien sicherzustellen.

Qualitätssicherungsvereinbarungen

Das Projekt wurde unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen realisiert, die durch strenge regulatorische Vorgaben und enge Zeitpläne geprägt waren. Unser Team aus erfahrenen GMP-Berater:innen und QA-Spezialist:innen erarbeitete passgenaue Lösungen, darunter die Erstellung, Überprüfung, Aktualisierung und Verhandlung von Qualitätssicherungsvereinbarungen, Verantwortungsabgrenzungsverträgen (VAV), Technical Agreements und QP-Agreements – sowohl in deutscher als auch englischer Sprache.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die enge Abstimmung mit den internen Abteilungen der Kund:innen und den externen Vertragspartner:innen. Durch gezieltes Projektmanagement und präzises Verhandlungsgeschick konnten zeitkritische Verträge termingerecht abgeschlossen werden. Ergänzend optimierten wir relevante Prozesse, überarbeiteten SOPs und Templates und erzielten dadurch signifikante Effizienzgewinne.

Unsere Expertise im Supplier Management und in der Lieferantenqualifizierung war maßgeblich für den Projekterfolg. Darüber hinaus sicherten wir durch gezielte Einarbeitung und Schulung der Teams eine nachhaltige Umsetzung und Einhaltung regulatorischer Anforderungen.

Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts führte nicht nur zu einer spürbaren Verbesserung der Qualitätssicherung, sondern auch zu einer Vertiefung der Zusammenarbeit mit den Kund:innen. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie selbst komplexe Herausforderungen durch eine klare Strategie, fundiertes Fachwissen und ein gut koordiniertes Team gemeistert werden können.

Sie stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei Qualitätssicherungsvereinbarungen, Supplier Management oder GMP-konformen Vertragsstrukturen? Wir unterstützen Sie mit praxisnaher Beratung, regulatorischer Expertise und operativer Umsetzung, von der Erstellung und Verhandlung bis zur nachhaltigen Prozessintegration. Get ahead and in touch with us – info@expertsinstitut.de

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Und folgen Sie uns gerne auf LinkedIn: https://de.linkedin.com/company/expertsinstitut

4. Dezember 2024/von Marina Weeger
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2024/12/Screenshot-2024-12-04-090331.png 432 769 Marina Weeger https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Marina Weeger2024-12-04 08:59:252026-02-11 13:26:59Einblicke in unsere Projekterfahrungen: Qualitätssicherungsvereinbarungen (QSV) in der Pharmaindustrie erfolgreich umsetzen
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    Untrue Supplier-Audit-Reports: The Danger of Ethnocentric...9. Januar 2025 - 11:29

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