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Schlagwortarchiv für: GMP

GMP, GXP

Zu viele Audits, zu wenig Wirkung? Audit Fatigue im GMP-Umfeld lösen

Die steigende Anzahl an Audits im GMP-Umfeld ist längst mehr als ein organisatorisches Thema. Für viele Unternehmen entwickelt sich Audit Fatigue zu einem strukturellen Problem im Qualitätssystem, mit direkten Auswirkungen auf Effizienz, Fokus und letztlich auch auf die Produktqualität. Die Lösung hierfür liegt in der strategischen Steuerung von Audits, insbesondere im Zusammenspiel mit Audits durch Dritte.

Fatigue

Was ist Audit Fatigue – und warum wird sie zum Risiko?

Audit Fatigue beschreibt die Situation, in der Unternehmen einer übermäßigen Anzahl an Audits ausgesetzt sind. Besonders im GMP-Umfeld betrifft dies häufig:

  • Auftragshersteller (CMOs)
  • Wirkstofflieferanten
  • Globale Zulieferketten

Typisch ist dabei, dass:

  • mehrere Kunden nahezu identische Audits durchführen
  • ähnliche Anforderungen mehrfach geprüft werden
  • interne Fachbereiche stark gebunden sind

Das eigentliche Problem ist jedoch nicht nur der Aufwand. Mit steigender Auditdichte verändert sich häufig auch die Arbeitsweise im Unternehmen: Der Fokus verschiebt sich von nachhaltiger Qualitätsverbesserung hin zur reinen Audit-Erfüllung.

Vom Kontrollinstrument zum Steuerungsinstrument: die eigentliche Rolle von Audits

Ein oft übersehener Aspekt im Kontext von Audit Fatigue ist die Frage, welche Funktion Audits im Qualitätssystem tatsächlich erfüllen sollen. In vielen Organisationen haben sie sich historisch als Kontrollinstrument etabliert, das vor allem der externen Absicherung dient – gegenüber Behörden, Kunden oder Partnern. Dadurch entsteht jedoch ein System, in dem Audits primär als Nachweislogik funktionieren, nicht als Steuerungsinstrument.

Je stärker diese Kontrolllogik dominiert, desto mehr verschiebt sich der Fokus weg von der eigentlichen Qualitätsverbesserung hin zur formalen Erfüllung von Anforderungen. Audits werden dann nicht mehr genutzt, um Risiken frühzeitig zu erkennen oder Prozesse gezielt zu verbessern, sondern um Erwartungen verschiedener Stakeholder einzeln zu bedienen. Genau an dieser Stelle entsteht strukturelle Ineffizienz: gleiche Themen werden mehrfach geprüft, ohne dass die Erkenntnisse systematisch zusammengeführt oder strategisch genutzt werden.

Ein moderner Auditansatz muss deshalb stärker als bisher die Frage beantworten, welchen konkreten Beitrag ein Audit leistet. Nicht jede Prüfung erhöht automatisch die Qualität des Systems. Im Gegenteil kann eine unverbundene Auditlandschaft dazu führen, dass relevante Informationen zwar vorhanden sind, aber nicht in eine übergeordnete Steuerungslogik überführt werden. Der eigentliche Mehrwert entsteht erst dann, wenn Audits nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil eines kontinuierlichen Lern- und Steuerungssystems verstanden werden.

Der blinde Fleck: Fehlende Verknüpfung von Auditdaten

Ein Aspekt, der in vielen Unternehmen unterschätzt wird, ist die fehlende Integration von Audit-Ergebnissen in das Gesamtsystem. Auditberichte existieren häufig isoliert neben CAPA-Systemen, dem Abweichungsmanagement oder der Lieferantenbewertung, ohne systematisch miteinander verknüpft zu werden. Dadurch gehen zentrale Erkenntnisse verloren: Es bleibt unklar, welche Muster sich über mehrere Audits hinweg zeigen, wo sich Schwachstellen wiederholen oder welche Risiken bereits bekannt sind, aber nicht konsequent adressiert werden. Ohne diese Verknüpfung bleibt selbst eine hohe Auditdichte analytisch untergenutzt und ihr tatsächlicher Mehrwert für das Qualitätssystem begrenzt.

Audits durch Dritte: Mehr als nur Entlastung

Audits durch unabhängige Dritte werden häufig primär als Mittel zur Reduktion von Auditaufwand betrachtet. Ihr eigentliches Potenzial geht jedoch deutlich weiter.

Richtig eingesetzt können sie:

  • Vergleichbarkeit zwischen Lieferanten herstellen
  • Eine einheitliche Bewertungslogik schaffen
  • Als zentrale Datenbasis für mehrere Auftraggeber dienen

Damit entsteht die Möglichkeit, Audit-Ergebnisse systematisch auszuwerten und zu aggregieren, statt sie nur einzeln zu betrachten. Der Mehrwert liegt also nicht nur in weniger Audits, sondern in besseren, konsistenteren Erkenntnissen.

Voraussetzung: Vertrauen und Bewertungslogik

Damit Audits durch Dritte ihre volle Wirkung entfalten können, reicht die reine externe Durchführung nicht aus. Entscheidend ist vielmehr, dass sie auf einer konsistenten und nachvollziehbaren Bewertungslogik basieren. Dazu gehören klar definierte Kriterien, einheitliche Bewertungsmaßstäbe sowie transparente Risikoeinstufungen, die für alle Beteiligten verständlich und vergleichbar sind. Ebenso wichtig ist eine strukturierte und lückenlose Dokumentation, die es ermöglicht, Feststellungen, Bewertungen und Schlussfolgerungen jederzeit nachzuvollziehen.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können Auditberichte als belastbare Entscheidungsgrundlage dienen. Das ist insbesondere dann relevant, wenn mehrere Auftraggeber auf dieselben Audit-Ergebnisse zurückgreifen sollen. Fehlt dieses Vertrauen in Methodik und Aussagekraft, werden externe Audits häufig nicht akzeptiert – mit der Folge, dass zusätzliche, redundante Audits durchgeführt werden.

Darüber hinaus schafft eine klare Bewertungslogik die Grundlage dafür, Audit-Ergebnisse systematisch in bestehende Qualitätssysteme zu integrieren, etwa in Lieferantenbewertungen oder risikobasierte Auditplanungen. Erst dann entfalten Audits durch Dritte ihren eigentlichen Mehrwert: Sie reduzieren nicht nur den Aufwand, sondern verbessern gleichzeitig die Vergleichbarkeit, Transparenz und Steuerbarkeit von Qualität im gesamten System.

Von Einzel-Audits zu Audit-Ökosystemen

Ein zukunftsweisender Ansatz besteht also darin, Audits nicht länger als isolierte Einzelaktivitäten zu betrachten, sondern sie als Bestandteil eines vernetzten Audit-Ökosystems zu verstehen. Statt einzelne Prüfungen unabhängig voneinander durchzuführen und zu dokumentieren, werden interne Audits, Lieferantenaudits und Dritt-Audits systematisch miteinander verzahnt und in einen gemeinsamen Kontext gestellt.

Die Ergebnisse dieser unterschiedlichen Auditarten fließen dabei in zentrale Auswertungen ein, wodurch ein umfassenderes Bild der tatsächlichen Qualitäts- und Risikosituation entsteht. Einzelbefunde werden nicht mehr nur für sich betrachtet, sondern im Zusammenspiel analysiert und eingeordnet. Dadurch können Risiken übergreifend priorisiert werden, anstatt sie ausschließlich auf Basis einzelner Auditberichte zu bewerten.

In einem solchen Modell verändert sich auch die Rolle der Qualitätseinheit grundlegend. Sie ist nicht mehr ausschließlich für die Planung, Durchführung und Nachverfolgung einzelner Audits verantwortlich, sondern übernimmt zunehmend eine steuernde und auswertende Funktion. Im Mittelpunkt steht dann weniger das reine Audit-Management, sondern vielmehr die Interpretation von Daten sowie die Ableitung und Priorisierung von Maßnahmen auf Basis eines integrierten Gesamtbilds.

Risikobasierte Steuerung wird zur Pflicht

Parallel dazu verschiebt sich der regulatorische Fokus klar in Richtung risikobasierter Ansätze.

Für Auditstrategien bedeutet das:

  • Weniger starre Zyklen
  • Mehr dynamische Anpassung basierend auf Daten
  • Gezielter Einsatz von Dritt-Audits bei stabilen oder standardisierten Lieferanten

Audit Fatigue entsteht häufig genau dort, wo dieser Schritt noch nicht konsequent umgesetzt ist.

Fazit zur Audit Fatigue

Audit Fatigue ist letztlich ein Symptom zunehmender Komplexität in regulierten Umgebungen, zugleich aber auch ein deutliches Signal dafür, dass bestehende Auditstrategien grundlegend weiterentwickelt werden müssen. Wenn Organisationen immer häufiger prüfen, ohne die gewonnenen Erkenntnisse systematisch zu vernetzen und zu nutzen, entsteht eine wachsende Belastung, ohne dass der eigentliche Mehrwert im gleichen Maß steigt.

Der zentrale Schlüssel zur Lösung liegt in der konsequenten Verknüpfung von Auditdaten über verschiedene Quellen hinweg, einer klaren risikobasierten Steuerung sowie dem gezielten und strategischen Einsatz von Audits durch Dritte. Erst wenn diese Elemente zusammengedacht werden, entsteht ein konsistentes und belastbares Gesamtsystem, das sowohl Effizienz als auch Wirksamkeit stärkt.

Unternehmen, die diesen Wandel frühzeitig angehen, profitieren dabei in doppelter Hinsicht: Einerseits sinkt die operative Belastung durch redundante oder schlecht abgestimmte Auditaktivitäten, andererseits verbessern sich die Entscheidungsgrundlagen, da Informationen strukturierter, vergleichbarer und aussagekräftiger zur Verfügung stehen. Nicht eine Reduktion von Kontrolle ist dabei entscheidend, sondern mehr Struktur, bessere Integration und eine intelligentere Nutzung vorhandener Informationen.

Wie wir Sie unterstützen

Wenn Sie Audit Fatigue aktiv reduzieren und Ihre Auditstrategie effizienter, strukturierter und risikoorientierter aufstellen möchten, kann der Blick von außen entscheidend sein. Externe Audits schaffen nicht nur zusätzliche Objektivität, sondern helfen auch dabei, bestehende Auditprozesse kritisch zu hinterfragen, Doppelstrukturen zu erkennen und echte Mehrwerte aus Ihren Qualitätsdaten zu gewinnen. Genau hier setzen wir an: mit unabhängigen, praxisnahen Audits, die nicht nur prüfen, sondern Orientierung schaffen und konkrete Optimierungspotenziale sichtbar machen. Get ahead and in touch with us: info@expertsinstitut.de

Lesen Sie hier unseren gesamten Blog: https://experts-institut.de/newsroom/
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1 Monat /von Jessica Siefert
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2026/04/LinkedIn.jpg 1080 1920 Jessica Siefert https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Jessica Siefert2026-04-23 21:43:582026-04-24 11:54:08Zu viele Audits, zu wenig Wirkung? Audit Fatigue im GMP-Umfeld lösen
GMP

Lieferantenmanagement in der GMP-Branche: Regulatorischer Rahmen und Qualifizierung

Ein wirksames Lieferantenmanagement in der GMP-Branche ist mehr als ein operativer Einkaufsprozess. In hochregulierten Umfeldern wie Pharma, Biotechnologie oder Wirkstoffherstellung entscheidet die systematische Qualifizierung und Überwachung von Lieferanten über Produktqualität, Patientensicherheit und regulatorische Compliance.

Mit steigender globaler Vernetzung der Lieferketten und zunehmenden Inspektionsanforderungen rückt der regulatorische Rahmen stärker in den Fokus. Unternehmen müssen ihr Lieferantenmanagement so gestalten, dass es nicht nur operativ funktioniert, sondern regulatorisch belastbar und auditfest ist.

Lieferantenmanagement

Warum Lieferantenmanagement unter GMP regulatorisch kritisch ist

In der GMP-Welt gilt ein zentraler Grundsatz: Verantwortung ist nicht delegierbar. Auch wenn Tätigkeiten ausgelagert werden, bleibt der Auftraggeber vollumfänglich verantwortlich für die Qualität des Endprodukts. Fehler oder Schwachstellen auf Lieferantenseite können direkte Auswirkungen auf die eigene Organisation haben. Dazu zählen verzögerte Chargenfreigaben, notwendige Abweichungsuntersuchungen und CAPA-Maßnahmen, kritische Inspektionsfeststellungen sowie im schlimmsten Fall Markt- oder Versorgungsrisiken.

Ein strukturiertes und dokumentiertes Lieferantenmanagement ist daher kein freiwilliges Qualitätsinstrument, sondern elementarer Bestandteil eines funktionierenden GMP-Systems.

Der regulatorische Rahmen: EU-GMP Kapitel 7 im Zentrum

EU-GMP Kapitel 7 ist Teil des europäischen GMP-Leitfadens (EudraLex Volume 4) und regelt den Umgang mit ausgelagerten Tätigkeiten. Es definiert die Anforderungen an Unternehmen, die Prozesse oder Dienstleistungen an externe Partner vergeben, und stellt klar, dass die Verantwortung für die Produktqualität weiterhin beim Auftraggeber verbleibt.

Kern des Kapitels ist die Forderung nach klaren, schriftlich geregelten Vereinbarungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sowie einer strukturierten Qualifizierung und fortlaufenden Überwachung des Dienstleisters. Unternehmen müssen sicherstellen, dass externe Partner über geeignete Räumlichkeiten, qualifiziertes Personal, angemessene Ausrüstung und ein wirksames Qualitätssystem verfügen.

In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen gegenüber Inspektoren nachweisen können müssen, dass Lieferanten vor Beginn der Zusammenarbeit qualifiziert wurden, dass eine fundierte Risikobewertung durchgeführt wurde, dass Auditprogramme risikobasiert geplant und umgesetzt werden und dass identifizierte Abweichungen systematisch nachverfolgt und geschlossen werden. Fehlende oder lediglich oberflächliche Lieferantenbewertungen zählen regelmäßig zu kritischen Inspektionsbefunden und können erhebliche regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen.

Annex 16 – Verantwortung bei der Chargenzertifizierung

Annex 16 ist ein ergänzendes Dokument des EU-GMP-Leitfadens und befasst sich mit der Zertifizierung von Chargen durch die sachkundige Person (Qualified Person, QP). Er konkretisiert die Anforderungen an die Freigabe von Arzneimittelchargen und unterstreicht die umfassende Verantwortung der QP.

Im Kontext des Lieferantenmanagements ist Annex 16 besonders relevant, weil die sachkundige Person nur dann eine Charge zertifizieren darf, wenn sie überzeugt ist, dass alle GMP-Anforderungen – auch bei ausgelagerten Tätigkeiten – eingehalten wurden. Das setzt ein belastbares Verständnis der gesamten Lieferkette voraus. Quality Agreements müssen klar geregelt sein, Verantwortlichkeiten eindeutig zugeordnet werden und kritische Prozessschritte beim Lieferanten transparent nachvollziehbar sein. Lieferantenmanagement ist damit unmittelbar mit der Marktfähigkeit eines Produkts verknüpft.

ICH Q9 – Quality Risk Management als methodische Grundlage

ICH Q9 ist eine international harmonisierte Leitlinie der International Council for Harmonisation (ICH) und beschreibt die Grundsätze des Quality Risk Managements im pharmazeutischen Umfeld. Ziel ist es, Risiken für die Produktqualität systematisch zu identifizieren, zu bewerten, zu kontrollieren und fortlaufend zu überwachen.

Ein risikobasierter Ansatz bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht alle Lieferanten gleich behandelt werden, sondern abhängig von ihrer Kritikalität und ihrem Einfluss auf Produktqualität und Patientensicherheit gesteuert werden. Faktoren wie Materialkritikalität, Einfluss auf die Chargenfreigabe, bisherige Performance oder regulatorische Historie fließen in die Bewertung ein. Auf dieser Basis werden Auditfrequenzen, Überwachungsmaßnahmen und Ressourcen gezielt priorisiert.

Ein dokumentiertes, nachvollziehbares Quality Risk Management ist heute ein zentraler Erwartungspunkt von Behörden. Unternehmen, die ihre Lieferanten risikobasiert steuern, erhöhen nicht nur ihre regulatorische Robustheit, sondern auch die Stabilität ihrer Supply Chain.

Zusammenspiel von EU-GMP Kapitel 7, Annex 16 und ICH Q9

EU-GMP Kapitel 7, Annex 16 und ICH Q9 verfolgen unterschiedliche, aber eng miteinander verknüpfte Zielsetzungen im Lieferantenmanagement. EU-GMP Kapitel 7 bildet den verbindlichen regulatorischen Rahmen für ausgelagerte Tätigkeiten und definiert die organisatorischen sowie vertraglichen Anforderungen an Unternehmen. Annex 16 konkretisiert diese Verantwortung aus Sicht der Chargenzertifizierung und stellt die Rolle der sachkundigen Person in den Mittelpunkt – mit direktem Bezug zur praktischen Freigabeentscheidung.

ICH Q9 hingegen ist keine gesetzliche Vorschrift, sondern eine international harmonisierte Leitlinie, die die methodische Grundlage für ein systematisches, risikobasiertes Qualitätsmanagement liefert. Während Kapitel 7 und Annex 16 also festlegen, was regulatorisch gefordert ist, beschreibt ICH Q9, wie Risiken strukturiert bewertet, priorisiert und gesteuert werden können. Zusammengenommen bilden sie den rechtlichen, operativen und methodischen Rahmen für ein belastbares und auditfestes Lieferantenmanagement im GMP-Umfeld.

Lieferantenqualifizierung in der Praxis

Eine GMP-konforme Lieferantenqualifizierung beginnt vor Vertragsabschluss und umfasst mehrere Stufen:

1. Vorqualifizierung

  • Fragebögen
  • Dokumentenprüfung (z. B. Zertifikate, Auditberichte, QMS-Dokumentation)
  • Risikoeinstufung

2. Auditierung

  • Vor-Ort-Audits oder Remote-Audits
  • Bewertung der Systemwirksamkeit
  • Fokus auf kritische Prozessschritte

3. Vertragsgestaltung

  • Verbindliche Quality Agreements
  • Klare Festlegung von Verantwortlichkeiten
  • Regelung von Abweichungen und Changes

4. Kontinuierliche Überwachung

  • KPI-basierte Bewertung
  • Requalifizierung
  • CAPA-Nachverfolgung

Entscheidend ist: Ziel ist nicht die formale Checklisten-Erfüllung, sondern die Bewertung der tatsächlichen Wirksamkeit des Qualitätssystems.

Audittechniken im GMP-Umfeld: Vom Kontrollinstrument zum Dialog

Moderne Lieferantenaudits sind weit mehr als reine Kontrollmechanismen zur Überprüfung regulatorischer Anforderungen. Sie stellen ein strategisches Instrument dar, um Transparenz zu schaffen, Prozessverständnis aufzubauen und die Zusammenarbeit mit kritischen Partnern nachhaltig zu stärken. Ein wirksames Audit beginnt mit einer klaren Definition des Auditumfangs und einer risikoorientierten Schwerpunktsetzung. Dabei wird gezielt analysiert, welche Prozesse für Produktqualität und Patientensicherheit besonders relevant sind.

Im Verlauf des Audits steht nicht nur die Identifikation von Abweichungen im Vordergrund, sondern vor allem die Bewertung der Systemwirksamkeit. Entscheidend ist, ob das Qualitätssystem des Lieferanten geeignet ist, Risiken frühzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern. Ebenso wichtig ist die strukturierte Nachverfolgung identifizierter Abweichungen. Werden Auditfeststellungen nicht konsequent bearbeitet, verliert das Audit seinen nachhaltigen Nutzen.

Richtig eingesetzt, entwickeln sich Lieferantenaudits vom reinen Kontrollinstrument zu einem Dialogformat, das gegenseitiges Verständnis fördert und die Grundlage für stabile, langfristige Partnerschaften schafft. Unternehmen, die ihre Auditprogramme strategisch auf kritische Lieferanten (also Partner mit direktem Einfluss auf Produktqualität, Patientensicherheit oder Chargenzertifizierung) ausrichten und die Ergebnisse konsequent in ihr eigenes Qualitätsmanagement integrieren, reduzieren regulatorische Risiken und stärken ihre Supply Chain Integrity.

Typische Schwachstellen in Inspektionen

In der Praxis zeigen sich häufig wiederkehrende Mängel:

  • Unklare Verantwortlichkeiten im Quality Agreement
  • Fehlende risikobasierte Einstufung
  • Unzureichende Auditnachverfolgung
  • Lückenhafte Dokumentation
  • Keine systematische Requalifizierung

Ein belastbares Lieferantenmanagement-System muss diese Schwachstellen präventiv adressieren.

Fazit: Lieferantenmanagement als strategischer Compliance-Faktor

Ein wirksames Lieferantenmanagement nach GMP ist regulatorische Verpflichtung, systematisches Risikomanagement und strategischer Stabilitätsfaktor zugleich. EU-GMP Kapitel 7 und Annex 16 machen deutlich, dass Verantwortung nicht an der Unternehmensgrenze endet, sondern entlang der gesamten Lieferkette fortbesteht. ICH Q9 liefert den methodischen Rahmen, um diese Verantwortung risikobasiert und effizient wahrzunehmen.

Unternehmen, die Lieferantenmanagement strukturiert, dokumentiert und risikoorientiert gestalten, schaffen die Grundlage für belastbare Chargenzertifizierung, stabile Marktversorgung und langfristige Compliance. Compliance schafft Sicherheit – partnerschaftliche Zusammenarbeit schafft Stabilität.

Wie wir Sie unterstützen

Das Experts Institut unterstützt Unternehmen dabei, ihr Lieferantenmanagement GMP-konform und auditfest aufzustellen. Wir begleiten Sie bei der risikobasierten Bewertung und Einstufung von Lieferanten nach ICH Q9, prüfen und erstellen Quality Agreements, führen Lieferantenaudits durch und unterstützen bei der professionellen Bewertung sowie Umsetzung von CAPA-Maßnahmen. Darüber hinaus helfen wir Ihnen, Ihr bestehendes Qualitätsmanagementsystem so zu strukturieren, dass regulatorische Anforderungen nachvollziehbar erfüllt und gegenüber Behörden belastbar dargestellt werden können.

Wenn Sie Ihr Lieferantenmanagement strategisch weiterentwickeln und regulatorische Sicherheit mit operativer Stabilität verbinden möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Get ahead and in touch with us: info@expertsinstitut.de

Lesen Sie hier unseren gesamten Blog: https://experts-institut.de/newsroom/
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23. Februar 2026/von Jessica Siefert
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-23-um-15.11.54.png 1020 1536 Jessica Siefert https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Jessica Siefert2026-02-23 15:36:142026-02-23 15:36:15Lieferantenmanagement in der GMP-Branche: Regulatorischer Rahmen und Qualifizierung
GMP, GXP, KI

Pharmatauglicher Einsatz von generativer KI: Regularien, Grenzen und konkrete Umsetzungsansätze

Generative Künstliche Intelligenz (KI) und Large Language Models (LLMs) sind längst im Arbeitsalltag angekommen – auch in der Pharmaindustrie. Doch gerade in regulierten Umfeldern stellt sich nicht die Frage ob, sondern wie KI regelkonform, sicher und sinnvoll eingesetzt werden kann. Zwischen Effizienzpotenzialen, EU AI Act, GMP-Anforderungen und dem Draft des Annex 22 herrscht bei vielen Unternehmen Unsicherheit.

Im Experts Talk „Pharmatauglicher Einsatz von generativer KI“ zeigten wir praxisnah auf, welche regulatorischen Rahmenbedingungen gelten, wo reale Risiken liegen und welche KI-Anwendungen heute bereits compliant und validierbar eingesetzt werden können. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Inhalte des Webinars zusammen.

Experts Talk

Warum generative KI im Pharmaumfeld ein kritisches Thema ist

Die Relevanz von KI im pharmazeutischen Umfeld ist unbestritten. Studien und Marktanalysen zeigen, dass insbesondere in Quality Control / Manufacturing ein hohes Potenzial für KI-gestützte Anwendungen besteht. Gleichzeitig verdeutlichen aktuelle Zahlen ein ernstzunehmendes Risiko: Ein Großteil der Mitarbeitenden nutzt KI-Tools bereits heute, häufig ohne Freigabe, ohne Schulung und ohne klare Regeln.

Dieses Phänomen wird als Shadow AI bezeichnet. Es entsteht immer dann, wenn Mitarbeitende generische KI-Tools einsetzen, ohne dass das Unternehmen davon weiß oder den Einsatz kontrolliert. Die Folgen reichen von Datenschutzproblemen über Compliance-Risiken bis hin zu Verstößen gegen den EU AI Act, insbesondere gegen die Pflicht zur AI Literacy.

Welche Regularien gelten beim Einsatz von LLMs in der Pharmaindustrie?

Ein zentrales Thema ist die Einordnung der geltenden und kommenden Regularien. Entscheidend ist dabei: Nicht jedes KI-System unterliegt denselben Anforderungen. Der Einsatzkontext bestimmt die regulatorische Tiefe.

Der EU AI Act

Der EU AI Act gilt sektorübergreifend und betrifft sämtliche KI-Anwendungen im Unternehmen, vom Office-Chatbot bis zur Entscheidungsunterstützung in der Qualitätssicherung. Besonders relevant für Pharmaunternehmen sind:

  • Pflicht zur AI Literacy (Schulung der Mitarbeitenden)
  • Klassifizierung von KI-Anwendungen als High-Risk
  • Verpflichtende menschliche Aufsicht bei Hochrisiko-Systemen

Pharma zählt klar zu den Hochrisiko-Branchen, sodass automatisierte Entscheidungen ohne Human-in-the-Loop nicht zulässig sind.

GMP-Rahmenwerke

Unabhängig vom Annex 22 greifen bereits bestehende GMP-Regularien, unter anderem:

  • ICH Q9 – Qualitätsrisikomanagement
  • Annex 15 – Qualifizierung und Validierung
  • Annex 11 – Datenmanagement
  • GAMP 5 (Version 2) mit explizitem KI-Bezug

Diese bilden bereits heute den Rahmen für eine risikobasierte Bewertung und Validierung von KI-Systemen.

Annex 22 (Draft)

Der Draft des Annex 22 konkretisiert erstmals die Erwartungen an KI im GMP-Umfeld. Besonders relevant:

  • Keine generative KI für kritische GMP-Anwendungen
  • Nur statische Modelle (kein automatisches Retraining)
  • Deterministische Ergebnisse (gleicher Input → gleicher Output)
  • Anforderungen an Erklärbarkeit (XAI) – keine Black-Box-Systeme

Im Fokus stehen Anwendungen mit direktem Einfluss auf Patientensicherheit, Produktqualität oder Datenintegrität.

Was bedeutet das konkret? KI-Use-Cases im GMP-Umfeld

Trotz klarer Einschränkungen bleibt ein breites Feld an zulässigen, validierbaren und wirtschaftlich sinnvollen Einsatzmöglichkeiten.

Compliant nutzbare Anwendungsfälle:

Zu den praxistauglichen Use-Cases zählen unter anderem:

  • Unterstützung beim Dokumentenentwurf
  • Klassifikation und Extraktion von Informationen (z. B. Abweichungen)
  • Recherche in vorhandenen Dokumenten und GAP-Identifikation
  • Hyperindividualisiertes Training für Mitarbeitende
  • Datenaggregation und Trend- oder Clusteranalysen
  • Identifikation wiederkehrender Abweichungen

Diese Anwendungen sind unterstützend, nicht entscheidend – und lassen sich mit klarer Governance validierbar betreiben.

Kritische Anwendungen mit hohem Risiko:

Nicht oder nur sehr eingeschränkt zulässig sind u. a.:

  • Automatischer Batch Release
  • Echtzeit-Entscheidungen ohne menschliche Kontrolle
  • Automatische CAPA-Generierung
  • Vollautomatische Vorfallsbeschreibungen

Hier ist das Risiko von Halluzinationen, Fehlentscheidungen und regulatorischen Verstößen besonders hoch.

Human-in-the-Loop, Intended Use & Performance Monitoring

Human-in-the-Loop (HITL) bedeutet, dass KI-Systeme Mitarbeitende unterstützen, die Entscheidung jedoch immer beim Menschen verbleibt. Dieses Prinzip ist sowohl im EU AI Act als auch im Draft des Annex 22 gefordert und notwendig.

Gleichzeitig wurde aus der Praxis aufgezeigt, dass Human-in-the-Loop allein nicht ausreicht. Der langfristige Einsatz von KI kann das Entscheidungsverhalten von Mitarbeitenden beeinflussen. Wenn KI-Vorschläge über längere Zeit als zuverlässig wahrgenommen werden, besteht die Gefahr, dass Entscheidungen zunehmend unkritisch bestätigt werden.

Deshalb sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich:

  • Klar definierter Intended Use: Es muss eindeutig festgelegt werden, wofür die KI genutzt werden darf und wofür nicht. Da generative KI oft mehr kann als ursprünglich geplant, muss jede Nutzung außerhalb des definierten Anwendungszwecks bewusst geprüft werden.
  • Überwachung des Zusammenspiels von Mensch und KI: Neben der technischen Funktion der KI muss beobachtet werden, wie Mitarbeitende mit den KI-Vorschlägen umgehen und ob Entscheidungen weiterhin aktiv und kritisch getroffen werden.
  • Performance-Validierung und Versionskontrolle: Die Leistung der KI muss über die Zeit hinweg überprüft werden – insbesondere bei Änderungen von Prozessen, Regularien oder Daten. Gleichzeitig muss nachvollziehbar sein, welche System- oder Modellversion zu welchem Zeitpunkt im Einsatz war.
  • Strukturiertes Datenmanagement: Trainings-, Test- und produktiv genutzte Daten müssen klar getrennt, dokumentiert und nachvollziehbar sein, um die Qualität und Validierbarkeit der KI-Anwendung sicherzustellen.

Diese Punkte wurden im Webinar als zentrale Voraussetzungen benannt, um generative KI im GMP-Umfeld kontrolliert, nachvollziehbar und regelkonform einzusetzen.

Praxisbeispiel: Generative KI mit MyGPT von Leftshift One

Im zweiten Teil des Experts Talks zeigte Robert Spari von Leftshift One anhand von MyGPT, wie generative KI kontrolliert und compliant eingesetzt werden kann.

MyGPT ist eine KI-Plattform, die:

  • in einer geschützten Private-Cloud-Umgebung betrieben wird
  • garantiert, dass keine Daten für Retraining gespeichert werden
  • sich in bestehende Systeme integrieren lässt
  • den Einsatz generativer KI ohne Datenabfluss ermöglicht (interne oder sensible Daten verlassen das kontrollierte System nicht und werden nicht für andere Zwecke weiterverwendet)

Typische Anwendungsbeispiele:

  • Strukturierung unstrukturierter Audit-Notizen zu formalen Audit-Reports
  • Unterstützung bei wissenschaftlichen Texten nach definierten Formalkriterien
  • Nutzung interner GMP-Dokumente mittels Retrieval-Augmented Generation (die KI greift bei Anfragen gezielt auf freigegebene interne Dokumente zu, ohne diese zu trainieren oder dauerhaft zu speichern)
  • Transparente Quellenangaben zur Nachvollziehbarkeit (XAI-Ansatz)

Besonders wichtig: Die Systeme sind so konfiguriert, dass sie nicht halluzinieren, sondern ausschließlich auf freigegebene Inhalte zugreifen, was einen entscheidenden Faktor für die GMP-Tauglichkeit darstellt. Bei Fragen zu dem Tool können Sie sich gerne an Robert Spari wenden: robert.spari@leftshift.one

Fazit: Generative KI ist mit klaren Leitplanken nutzbar

Generative KI ist kein No-Go für die Pharmaindustrie, aber auch kein Selbstläufer. Unternehmen müssen heute:

  • Shadow AI aktiv adressieren
  • KI-Use-Cases strukturiert erfassen und bewerten
  • AI Literacy sicherstellen
  • Governance, Dokumentation und Human-in-the-Loop konsequent umsetzen

Wer frühzeitig handelt, kann KI als Effizienz- und Qualitätshebel nutzen, statt sie als Compliance-Risiko zu erleben.

Weitere Fragen? Treffen Sie uns live auf den Lounges in Karlsruhe

Wenn Sie das Thema pharmatauglicher Einsatz von KI weiter vertiefen möchten, freuen wir uns auf den persönlichen Austausch auf den Lounges Cleanroom and Processes 2026 in Karlsruhe. Die Messe bringt Expert*innen aus Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik und angrenzenden Branchen zusammen und bietet Raum für fachlichen Austausch zu Reinräumen, Prozessen, Technologie und regulatorischen Anforderungen.

Unser KI-Vortrag auf den LOUNGES 2026

Voraussichtlich am 24.03.2026 | 11:30 – 12:00 Uhr | Raum 11
Qualitätsentscheidungen mit KI: Annex 22 und EU AI Act

In diesem Vortrag zeigen wir, wie sich KI und Large Language Models für Qualitätsentscheidungen einsetzen lassen – ohne regulatorische Anforderungen zu verletzen. Wir geben Einblicke aus realen Projekten, ordnen Annex 22 und den EU AI Act praxisnah ein und sprechen offen über Chancen, Grenzen und typische Hürden bei der Umsetzung.

Weitere Vorträge von uns am 25.03.2026:

  • Annex 1: Große Worte, kleine Media-Fill-Taten – strategische Nutzung von Media-Fill-Tests zur nachhaltigen Verbesserung steriler Prozesse
  • Water Wars: Herausforderungen und Chancen von Reinstwasser – Biofilm-Risiken, Anlagendesign, Standardisierung und Nachhaltigkeit in der Reinstwasseraufbereitung


Besuchen Sie uns an Stand K6.1 – wir freuen uns auf spannende Gespräche und den fachlichen Austausch! Kostenfreie Tickets erhalten Sie mit dem Code EXPERTSLOUNGES26 (Registrierung erforderlich). Über folgenden Link können Sie ein Ticket buchen: https://cleanroom-processes.de/lounges-karlsruhe-2026/besuchertickets-lounges-karlsruhe-2026/

Wie das Experts Institut Sie unterstützen kann

Das Experts Institut begleitet Pharmaunternehmen bei der Einordnung regulatorischer Anforderungen, der praxisnahen Umsetzung von KI-Governance sowie bei Schulungen und Workshops rund um EU AI Act, Annex 22 und KI im GMP-Umfeld. Get ahead and in touch with us: info@expertsinstitut.de

Ergänzend zu diesem Beitrag lohnt sich ein Blick in unseren Blogartikel zum Thema Annex 22 und EU AI Act. Dort zeigen wir auf, welche KI-Anwendungen aus regulatorischer Sicht als risikoarm, begrenzt oder hochkritisch einzustufen sind und welche Vorbereitungen Unternehmen bereits heute treffen sollten: https://experts-institut.de/ki-in-der-pharmaindustrie-annex-22-eu-ai-act/

Bleiben Sie außerdem auf LinkedIn über weitere Experts Talks, Blogbeiträge und Veranstaltungen informiert: https://de.linkedin.com/company/expertsinstitut

4. Februar 2026/von Christoph Köth
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2026/02/LinkedIn.png 1080 1920 Christoph Köth https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Christoph Köth2026-02-04 15:19:352026-02-11 13:09:29Pharmatauglicher Einsatz von generativer KI: Regularien, Grenzen und konkrete Umsetzungsansätze
GMP, News

Die wichtigsten GMP-Erkenntnisse 2025 und Prognosen für 2026

Die regulatorischen Anforderungen im GMP-Umfeld haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. 2025 zeigt sich deutlicher denn je: Es reicht nicht mehr aus, Vorgaben formal zu erfüllen. Behörden erwarten nachvollziehbare Entscheidungen, stabile Prozesse und eine Qualität, die im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt wird. Für viele Unternehmen bedeutet das ein grundlegendes organisatorisches, technisches und kulturelles Umdenken.

GMP wird zunehmend als integriertes System verstanden, in dem Prozesse, Menschen, Daten und Technik eng miteinander verzahnt sind. Einzelmaßnahmen oder isolierte Korrekturen reichen nicht aus, um langfristig auditsicher zu bleiben.

GMP

Von Dokumentation zu gelebter GMP-Compliance

Inspektionen und Audits fokussieren sich zunehmend darauf, wie Qualitätssysteme im Tagesgeschäft tatsächlich funktionieren. Abweichungsmanagement, Change Control und CAPA-Prozesse werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Verantwortlichkeiten, Schnittstellen, Eskalationswegen und Entscheidungslogiken.

2025 hat gezeigt, dass Inspektor*innen verstärkt hinterfragen, wer Entscheidungen trifft, auf welcher fachlichen Grundlage diese erfolgen und wie konsistent sie umgesetzt werden. Prozesse, die auf dem Papier schlüssig erscheinen, im Alltag aber unterschiedlich interpretiert oder angewendet werden, rücken schnell in den Fokus.

Ein zentrales Learning: Konsistenz ist ein entscheidender GMP-Faktor. Unterschiede zwischen Schichten, Standorten oder Verantwortungsbereichen werden zunehmend als systemisches Risiko bewertet. Insbesondere dann, wenn sie nicht erkannt, bewertet oder begründet werden.

CAPA, Change Control und Abweichungen im Kontext betrachtet

Aktuelle FDA-Warning Letters machen deutlich, dass eine rein formale Abarbeitung von Abweichungen und CAPA-Maßnahmen nicht mehr akzeptiert wird. Besonders kritisch bewertet die FDA das sogenannte „Testen bis zur Konformität“, bei dem Prüfungen wiederholt werden, ohne die eigentliche Ursache eines Problems zu identifizieren und nachhaltig zu beheben.

Stattdessen erwartet die FDA belastbare Ursachenanalysen mit erweitertem Blick: betroffene und angrenzende Chargen, vergleichbare Produkte, gemeinsam genutzte Anlagen sowie historische Trends müssen systematisch einbezogen werden. Ebenso wird eine nachvollziehbare Wirksamkeitsprüfung der CAPA-Maßnahmen eingefordert.

Bei hohen oder nicht akzeptablen Risiken sind zeitnahe und sichtbare Maßnahmen erforderlich. Verzögerungen – selbst wenn sie später korrigiert werden – schwächen aus Sicht der FDA das Vertrauen in das Qualitätssystem. Gleichzeitig rückt die Verantwortung von Qualitätseinheit und Management stärker in den Fokus: Wirksame CAPA setzen aktives Quality Oversight, kontinuierliche Trendanalysen und klare Entscheidungswege voraus.

Datenintegrität bleibt ein kritischer Prüfpunkt

Datenintegrität ist weiterhin eines der sensibelsten Themen im GMP-Umfeld – und 2025 hat diese Entwicklung nochmals verschärft. Behörden achten verstärkt auf vollständige Audit Trails, konsistente Datenflüsse, klare Rollen- und Zugriffskonzepte sowie auf den Umgang mit Ausnahmen und manuellen Eingriffen.

Auffällig ist, dass Datenintegrität zunehmend nicht nur als IT-Thema, sondern als organisationsübergreifende Aufgabe verstanden wird. Schulung, Bewusstsein und Führung spielen dabei eine ebenso große Rolle wie technische Kontrollen.

Technik, Prozesse und Qualitätseinheiten im Zusammenspiel

Technische Schwachstellen – etwa in der Anlagenqualifizierung, Wartung, Reinigung oder im Monitoring – führen weiterhin häufig zu Beanstandungen. Entscheidend ist jedoch immer seltener der einzelne Mangel, sondern die Frage, wie systematisch Unternehmen mit solchen Themen umgehen.

2025 wurde deutlich: Behörden bewerten stärker, ob Prozesse verstanden, überwacht und kontinuierlich verbessert werden oder ob lediglich auf Abweichungen reagiert wird. Ein reaktiver Ansatz gilt zunehmend als unzureichend.

Parallel dazu rückt die Rolle der Qualitätseinheit stärker in den Mittelpunkt. Qualitätseinheiten werden nicht mehr primär als Freigabestelle gesehen, sondern als aktive Steuerungs- und Überwachungseinheit. Erwartet werden fachliche Tiefe, Entscheidungsstärke und die Fähigkeit, Risiken klar zu adressieren – auch gegenüber operativen Bereichen.

Lessons Learned 2025: Wiederkehrende Muster aus Audits

Über viele Audits hinweg lassen sich für 2025 einige übergreifende Erkenntnisse festhalten:

  • Unklare Verantwortlichkeiten sind ein häufiger Ausgangspunkt für GMP-Abweichungen
  • Entscheidungen ohne dokumentierte fachliche Begründung werden zunehmend hinterfragt
  • Schulung allein reicht nicht aus, Anwendung und Verständnis zählen
  • Qualitätssysteme müssen als Ganzes funktionieren, nicht nur in einzelnen Modulen

Unternehmen, die diese Muster frühzeitig erkennen und adressieren, sind deutlich besser aufgestellt als solche, die nur punktuell reagieren.

Ausblick: GMP wird 2026 noch digitaler, risikobasierter und vernetzter

Mit Blick auf 2026 ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklungen weiter verstärken. GMP-Praxis bewegt sich klar in Richtung:

  • stärker integrierter digitaler Qualitätssysteme
  • datenbasierter Trendanalysen und Kennzahlen
  • vorausschauender Qualitätssicherung statt reiner Fehlerkorrektur

Risikobasierte Ansätze sind endgültig kein „Nice to have“ mehr, sondern regulatorischer Standard. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Systemverständnis, insbesondere bei komplexen Herstellprozessen, Biologika und neuartigen Therapien.

Unternehmen, die ihre GMP-Organisation heute ganzheitlich ausrichten, schaffen nicht nur Auditsicherheit, sondern auch langfristige Stabilität in einem zunehmend komplexen regulatorischen Umfeld.

Wie das Experts Institut Sie unterstützt

Wir begleiten Unternehmen entlang des gesamten GMP-Lebenszyklus: von GMP-Assessments und Audit-Vorbereitungen über Hands-on-Support in Projekten, Interim-Management bis hin zu praxisnahen Schulungen für Fach- und Führungskräfte. Unser Fokus liegt dabei stets auf umsetzbaren Lösungen, regulatorischer Sicherheit und einer Qualität, die im Alltag funktioniert.

Unser Anspruch: GMP-Compliance, die nicht nur auf dem Papier besteht, sondern Audits standhält und Prozesse nachhaltig stärkt. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Ihre GMP-Organisation zukunftssicher aufstellen möchten. Get ahead and in touch with us – info@expertsinstitut.de

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15. Dezember 2025/von Christoph Köth
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2025/12/LinkedIn-Kopie-3.jpg 1080 1920 Christoph Köth https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Christoph Köth2025-12-15 15:52:222025-12-15 15:58:14Die wichtigsten GMP-Erkenntnisse 2025 und Prognosen für 2026
GMP, GXP, Sustainability

Continuous Manufacturing: Zukunftstrend in der Pharmaindustrie

Die Pharmaindustrie steht an einem Wendepunkt. Jahrzehntelang prägten klassische Batch-Verfahren die Herstellung von Arzneimitteln. Diese haben sich zwar bewährt, doch sie gelten heute oft als starr, langsam und ressourcenintensiv. Mit Continuous Manufacturing eröffnet sich ein neuer Weg: Die Produktion läuft nicht mehr in einzelnen Chargen, sondern kontinuierlich und ohne Unterbrechung. Damit verändert sich nicht nur die Geschwindigkeit der Fertigung, sondern auch die Qualität, Flexibilität und Nachhaltigkeit pharmazeutischer Prozesse.

Continuous Manufacturing

Was bedeutet Continuous Manufacturing?

Im Unterschied zum traditionellen Batch-Verfahren ermöglicht Continuous Manufacturing eine durchgängige Produktion in einem geschlossenen System. Während früher Zwischenlagerungen und Wartezeiten unvermeidlich waren, erlaubt die kontinuierliche Fertigung eine konstante Herstellung und Überwachung. Unternehmen profitieren dadurch von kürzeren Produktionszeiten, einer gleichbleibenden Produktqualität und einer effizienteren Nutzung von Ressourcen. Gleichzeitig eröffnet die Technologie die Möglichkeit, flexibler auf Nachfrageschwankungen zu reagieren und Lieferengpässe zu vermeiden. Continuous Manufacturing ist somit weit mehr als eine technologische Neuerung, es steht für einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Pharmaindustrie.

Digitalisierung als Motor für Prozessstabilität

Die Vorteile kontinuierlicher Fertigung lassen sich nur durch eine konsequente digitale Transformation ausschöpfen. Moderne Sensorik, Process Analytical Technology (PAT) und Advanced Process Control (APC) ermöglichen es, Produktionsprozesse in Echtzeit zu überwachen. Auf diese Weise wird die Prozessstabilität abgesichert, Abweichungen können sofort erkannt und korrigiert werden. Gleichzeitig sorgt die durchgängige Datenerfassung dafür, dass Qualitätsinformationen nahtlos dokumentiert und in regulatorische Systeme eingebunden werden. So entsteht nicht nur eine stabile und sichere Produktion, sondern auch eine höhere Transparenz im Hinblick auf GMP-Compliance.

Regulatorische Anforderungen im Fokus

Auch die Behörden haben das Potenzial erkannt. Die FDA gilt als Vorreiter und hat bereits erste Genehmigungen für kontinuierliche Fertigungsprozesse erteilt. In Europa nimmt die EMA die Thematik ebenfalls verstärkt in den Blick. Für Unternehmen bedeutet das: Wer frühzeitig in Continuous Manufacturing investiert, erleichtert sich nicht nur die spätere Zulassung, sondern verschafft sich auch eine strategische Position im Hinblick auf künftige Inspektionen. Pilotprojekte sind ein wertvoller Weg, um Erfahrungen zu sammeln und regulatorische Erwartungen von Anfang an zu berücksichtigen.

Auswirkungen auf Lieferketten und Nachhaltigkeit

Ein oft unterschätzter Aspekt kontinuierlicher Fertigung ist ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit. Durch den reduzierten Energie- und Materialverbrauch entstehen weniger Abfälle. Gleichzeitig ermöglicht die kontinuierliche Produktion eine Herstellung „on demand“, wodurch Lagerbestände verringert und Medikamente schneller verfügbar gemacht werden können. Gerade in Krisensituationen oder bei Lieferengpässen bietet Continuous Manufacturing damit einen entscheidenden Vorteil. Für die globalen Lieferketten pharmazeutischer Unternehmen bedeutet dies mehr Flexibilität, kürzere Reaktionszeiten und eine insgesamt höhere Versorgungssicherheit.

Herausforderungen auf dem Weg zur Umsetzung

Natürlich ist der Umstieg auf Continuous Manufacturing mit Hürden verbunden. Hohe Anfangsinvestitionen, komplexe Schnittstellen zwischen IT, Automatisierung und Qualitätsmanagement sowie der Mangel an qualifizierten Fachkräften stellen Unternehmen vor große Aufgaben. Doch gerade deshalb empfiehlt es sich, schrittweise vorzugehen: Pilotprojekte bieten die Möglichkeit, Risiken zu minimieren und Know-how aufzubauen, bevor die Technologie in großem Maßstab eingeführt wird. Wer diesen Weg bewusst plant, kann die Lernkurve aktiv gestalten und den Wandel nachhaltig verankern.

Fazit: Experts Institut als Partner für Ihre Transformation

Continuous Manufacturing ist kein Trend, sondern die Zukunft pharmazeutischer Produktion. Unternehmen, die den Schritt frühzeitig gehen, sichern sich nicht nur Vorteile in Effizienz und Qualität, sondern auch im Hinblick auf regulatorische Akzeptanz und Marktposition.

Das Experts Institut unterstützt Sie dabei mit praxisnaher Beratung, passgenauen Trainings und der Begleitung Ihrer Digitalisierungs- und Modernisierungsprojekte. Von der Machbarkeitsanalyse über die Entwicklung eines Umsetzungsplans bis hin zur regulatorisch sauberen Implementierung begleiten wir Sie auf Ihrem Weg zur kontinuierlichen Fertigung.

Kontaktieren Sie uns für maßgeschneiderte Lösungen, gemeinsam machen wir Ihre Produktion zukunftssicher. Get ahead and in touch with us – info@expertsinstitut.de

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24. September 2025/von Christoph Köth
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2025/09/LinkedIn.png 1080 1920 Christoph Köth https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Christoph Köth2025-09-24 18:35:572026-02-11 13:12:07Continuous Manufacturing: Zukunftstrend in der Pharmaindustrie
GMP

GMP-Standards für medizinisches Cannabis: Qualitätsgarantie in einer aufstrebenden Industrie

Die medizinische Nutzung von Cannabis erfährt weltweit zunehmende Anerkennung und rechtliche Zulassung, was zu einer wachsenden Nachfrage und einer verstärkten Regulierung führt. In diesem dynamischen Umfeld sind Good Manufacturing Practice (GMP)-Standards entscheidend für die Herstellung sicherer, qualitativ hochwertiger Produkte. Für die medizinische Cannabisindustrie bedeutet die Umsetzung von GMP-Standards jedoch eine Herausforderung, da viele Unternehmen erst die notwendigen Strukturen und Kompetenzen aufbauen müssen. Hierbei kann eine spezialisierte Beratung maßgeblich dazu beitragen, GMP-konforme Prozesse effizient zu implementieren.

GMP-Standards und ihre Bedeutung in der medizinischen Cannabisproduktion

GMP-Standards, von der Food and Drug Administration (FDA) implementiert und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterentwickelt und an den globalen Markt angepasst, sind ein globaler Qualitätsmaßstab für die pharmazeutische Industrie. Diese Standards verlangen strikte Vorgaben zur Dokumentation, Kontrolle und Überwachung der Produktionsprozesse, um Produktsicherheit und -wirksamkeit zu gewährleisten [1]. In der medizinischen Cannabisindustrie sind diese Standards von grundlegender Bedeutung, da es bisher keine speziell für die Cannabisproduktion entwickelten Vorgaben gibt, obwohl auch Cannabisprodukte als Medikamente dienen und vulnerable Patientengruppen betreffen können. Stattdessen wird ergänzend auf die allgemeine Verarbeitung pflanzlicher Stoffe verwiesen [2], die insbesondere bei der Trocknung und Aufbereitung der Pflanzen entscheidend ist. GMP stellt sicher, dass alle Produkte in einer hygienischen Umgebung unter kontrollierten Bedingungen hergestellt werden, um Kontaminationen zu vermeiden und die Sicherheit der Endprodukte zu gewährleisten [3].

Herausforderungen bei der GMP-Umsetzung in der Cannabisindustrie

Die GMP-Umsetzung in der Cannabisproduktion bringt spezifische Herausforderungen mit sich. Beispielsweise erfordert die Sicherstellung einer konstanten Produktqualität genaue Kontrolle über den gesamten Herstellungsprozess – von der Rohstoffgewinnung bis zur Abfüllung. Medizinische Cannabisprodukte müssen konsistente Wirkstoffkonzentrationen aufweisen, um therapeutische Effekte sicherzustellen, was eine präzise Prozesskontrolle und Labortests erforderlich macht [4]. In vielen Fällen fehlen Unternehmen jedoch die umfassenden Kenntnisse über GMP-Standards und deren spezifische Anwendung auf die Cannabisproduktion.

GMP-Konformität ist komplex und erfordert nicht nur die Einrichtung geeigneter Prozesse, sondern auch die Schulung des Personals und die Implementierung von Qualitätssicherungssystemen. Hinzu kommt, dass die regulatorischen Anforderungen je nach Land variieren und sich ständig weiterentwickeln. Eine strategische Beratung kann helfen, spezifische Herausforderungen zu bewältigen und die Einhaltung der GMP-Anforderungen kontinuierlich sicherzustellen.

Gute Herstellpraxis (GMP) in der Praxis: Wichtige Schritte und Maßnahmen

1. Produktionsumgebung und Hygiene: Die GMP-Richtlinien verlangen eine streng kontrollierte Produktionsumgebung, um Kontaminationen durch Mikroorganismen, Schwermetalle oder Pestizide zu verhindern. Cannabisprodukte dürfen keine unerwünschten Rückstände enthalten, die die Wirksamkeit oder Sicherheit beeinträchtigen könnten [5].

2. Qualitätskontrolle und Labortests: Jede Produktionscharge von medizinischem Cannabis muss strengen Tests unterzogen werden, um die Wirkstoffgehalte zu bestätigen und Verunreinigungen auszuschließen. Diese Labortests stellen sicher, dass das Endprodukt die Qualitätsstandards erfüllt und die Konsumenten keinen Risiken ausgesetzt sind [3].

3. Dokumentation und Rückverfolgbarkeit: Die GMP-Konformität erfordert umfassende Dokumentation und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Produkte, um bei Qualitätsproblemen oder Rückrufen schnell handeln zu können. Jede Produktionsstufe, jeder Test und jede Freigabe müssen detailliert dokumentiert werden, um die Konformität nachzuweisen [1].

4. Schulung des Personals: GMP-Standards fordern eine kontinuierliche Schulung und Weiterbildung der Mitarbeitenden, um sicherzustellen, dass alle Prozesse korrekt durchgeführt und dokumentiert werden. Für viele Unternehmen in der Cannabisindustrie stellt dies eine zusätzliche Herausforderung dar, da spezifisches GMP-Wissen im Team oft nicht ausreichend vorhanden ist [4].

Der Mehrwert spezialisierter Beratung für GMP-konforme Prozesse

Die strikte Einhaltung der GMP-Standards ist für Unternehmen der medizinischen Cannabisindustrie essenziell, um auf internationalen Märkten erfolgreich zu sein und Vertrauen bei den Konsumenten aufzubauen. Doch gerade für Unternehmen, die neu im Markt sind, erfordert die Implementierung dieser Standards erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand.

Unsere Beratungsexpertise unterstützt Sie in allen Phasen der GMP-Umsetzung – von der Entwicklung eines maßgeschneiderten Qualitätsmanagementsystems über die Schulung der Mitarbeitenden bis zur lückenlosen Dokumentation. Zudem bieten wir regelmäßige Audits und Unterstützung bei der Vorbereitung auf Inspektionen an, um eine kontinuierliche GMP-Konformität sicherzustellen.

Fazit: GMP als Garant für Sicherheit und Vertrauen in der medizinischen Cannabisindustrie

Die Anforderungen an medizinisches Cannabis steigen kontinuierlich, da die Patientensicherheit oberste Priorität hat und regulatorische Anforderungen zunehmen. Die Implementierung und Aufrechterhaltung von GMP-Standards sind eine Grundvoraussetzung für jedes Unternehmen, das sich langfristig in diesem Markt etablieren will.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, GMP-Konformität kosteneffizient und nachhaltig zu erreichen, Ihre Marktposition zu stärken und die Sicherheit Ihrer Produkte zu garantieren. Get ahead and in touch with us – info@expertsinstitut.de

Quellen

1. Good Manufacturing Practices for Pharmaceutical Products: Main Principles. World Health Organization (WHO).

2. Cannabis Q&A for the public

3. Quality Standards and Practices in the Medical Cannabis Industry. International Journal of Drug Policy.

4. WHO Guidelines on Good Agricultural and Collection Practices (GACP) for Medicinal Plants. WHO, 2003.

5. Good Distribution Practice for Medical Cannabis Products. European Commission, 2017.

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19. November 2024/von Philip Kenz
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2024/11/LinkedIn.png 1080 1920 Philip Kenz https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Philip Kenz2024-11-19 16:04:222024-11-19 16:05:24GMP-Standards für medizinisches Cannabis: Qualitätsgarantie in einer aufstrebenden Industrie
GMP, GXP

GxP-Audits: Wie wichtig sind sie und wie werden sie durchgeführt?

In der stark regulierten Pharmaindustrie sind Audits mehr als nur ein Kontrollmechanismus – sie sind ein unverzichtbares Instrument, um die Qualität und Compliance von Prozessen sicherzustellen. Audits tragen wesentlich dazu bei, dass Unternehmen die strengen Anforderungen der Guten Herstellpraxis von Arzneimitteln (Good Manufacturing Practice, GMP) und anderer GxP-Standards einhalten. Dabei geht es nicht nur darum, Fehler zu identifizieren, sondern auch darum, Prozesse kontinuierlich zu verbessern und Schwachstellen zu beheben bevor sie zu Fehlern oder Qualitätsproblemen führen. Die Rolle von Audits im Qualitätsmanagement kann daher gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie helfen, den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig das Vertrauen von Kunden und Behörden in das Unternehmen zu stärken. 

Im Folgenden erfahren Sie, was ein GxP-Audit ausmacht, warum es für Unternehmen in regulierten Branchen so wichtig ist und wie es optimal durchgeführt werden kann.

Was ist ein GxP-Audit?

Ein Audit ist eine systematische, unabhängige und dokumentierte Überprüfung, die dazu dient, festzustellen, ob Tätigkeiten und Ergebnisse den geplanten Anforderungen entsprechen. Soweit die Theorie. 

Im GxP-Bereich sind Audits in der Praxis besonders wichtig, da sie sicherstellen, dass alle Prozesse den strengen Vorgaben der GMP-, GLP- und GCP-Standards tatsächlich entsprechen. Diese Audits prüfen nicht nur die Einhaltung von Vorschriften, sondern auch, ob Prozesse zur kontinuierlichen Verbesserung und Risikominderung eingesetzt werden und faktisch wirklich diesen Beitrag leisten.

Warum sind Audits im GxP-Bereich so wichtig?

Audits erfüllen eine zentrale Funktion im sogenannten Pharmazeutischen Qualitätssystem (PQS) und bieten viele Vorteile, die für die gesamte Branche von Bedeutung sind:

  • Audits garantieren, dass Unternehmen die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen so einhalten und umsetzen, dass die hergestellten Arzneimittel wirklich qualitativ einwandfrei und auch sicher sind.
  • Durch Audits lassen sich potenzielle Fehlermöglichkeiten im Betrieb und bei der Herstellung frühzeitig erkennen, sodass Maßnahmen zur Risikominimierung ergriffen werden können. So wird verhindert, dass kritische Fehler oder Schwachstellen im Produktionsprozess zu ernsthaften Problemen führen und bedenkliche Arzneimittel in den Vertrieb und an Patienten gelangen.
  • Audits bieten die Möglichkeit, bestehende Prozesse zu bewerten und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Effizienz steigern und gleichzeitig die Qualität verbessern.
  • Regelmäßige Audits stärken das Vertrauen von Kunden, Partnern und Regulierungsbehörden. Ein gut dokumentiertes und durchgeführtes Audit zeigt, dass das Unternehmen in der Lage ist, sich selbst kritisch zu hinterfragen, um so anhaltend hochwertige Produkte zuverlässig für die Marktversorgung zu liefern.

Der Ablauf eines Audits: Schritt für Schritt

Ein Audit im GxP-Bereich folgt einem strukturierten Ablauf, der es dem Auditor ermöglicht, die Prozesse im Unternehmen gründlich zu prüfen. Typischerweise besteht ein Audit aus sechs Hauptphasen:

  1. Die Planung: Die Auditvorbereitung ist entscheidend für den Erfolg. Die beteiligten Parteien müssen sicherstellen, dass alle relevanten Personen und Dokumente verfügbar sind. Eine gründliche Planung sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
  2. Die Eingangsbesprechung: In diesem Schritt treffen sich die Auditoren und die Vertreter des zu auditierenden Unternehmens zum Auditbeginn. Der Auditplan bzw. die Audit-Agenda wird nochmals besprochen. Hier werden auch Fragen geklärt und Erwartungen festgelegt, soweit sie nicht bereits vor dem Audit klar verstanden wurden.
  3. Die Durchführung des Audits: Der Auditor überprüft die Räumlichkeiten, Maschinen, Dokumente und Prozesse des Unternehmens. In dieser Phase finden auch Interviews mit den Mitarbeitern statt, um die praktische Umsetzung der Prozesse zu bewerten.
  4. Die Abschlussbesprechung: Am Ende des Audits werden die Ergebnisse zusammengefasst. Hier wird besprochen, was gut funktioniert hat und wo es Verbesserungsbedarf gibt.
  5. Der Auditbericht: Der Auditor erstellt einen detaillierten Bericht, der die Ergebnisse des Audits dokumentiert. Dieser Bericht enthält auch Empfehlungen, die dem Unternehmen helfen sollen, Schwachstellen zu beheben und die Prozesse weiter zu verbessern.
  6. Die Nachverfolgung der Auditergebnisse: Nach dem Audit ist die Nachverfolgung essenziell, um sicherzustellen, dass die empfohlenen Maßnahmen umgesetzt wurden. Dies umfasst die Dokumentation der Korrekturen und ggf. erneute Überprüfungen, um die Nachhaltigkeit der Verbesserungen zu gewährleisten.

Vorbereitung der auditierten Firma auf ein GxP-Audit: So gelingt es

Eine gründliche Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Audit. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Dokumente vollständig und aktuell sind und ihre Mitarbeiter über die Anforderungen des Audits informiert sind. Die Schulung der Mitarbeiter spielt hierbei eine zentrale Rolle, da ein gut vorbereitetes Team dazu beiträgt, dass das Audit reibungslos verläuft und mögliche Mängel frühzeitig erkannt werden können.

Tipps für die Auditvorbereitung:

  • Überprüfen Sie alle wichtigen Dokumente, einschließlich SOPs (Standardarbeitsanweisungen), Chargendokumentationen und Qualifizierungsunterlagen
  • Führen Sie vorab, wenn möglich, interne Mock-Audits durch, um Schwachstellen vorab zu identifizieren
  • Bringen Sie Ihr Team auf den neuesten Stand, was regulatorische Anforderungen und die Erwartungen des Audits angeht

Erfolgreiche Auditpraxis: Der Schlüssel zum Erfolg

Ein erfolgreiches Audit erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, eine klare Struktur und eine detaillierte Nachbereitung. Die Zusammenarbeit zwischen Auditor und auditiertem Unternehmen ist von großer Bedeutung, um ein gemeinsames Verständnis der Anforderungen und Erwartungen zu entwickeln. Dies fördert nicht nur die Compliance, sondern auch die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse. Unternehmen, die regelmäßige Audits in ihren Geschäftsablauf integrieren, verbessern ihre Qualitätssicherung und verringern das Risiko von Produktionsfehlern oder Nichteinhaltung von Vorschriften.

Fazit: Audits als Schlüssel zur Qualitätssicherung

Audits sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Qualitätsmanagements im GxP-Bereich. Sie helfen nicht nur, die Einhaltung von Vorschriften zu sichern, sondern fördern auch die Qualität und Sicherheit von Produkten. Eine gründliche Vorbereitung und die Auswahl erfahrener Auditoren sind entscheidend für den Erfolg eines Audits. 

Wir beim Experts Institut bieten nicht nur Schulungen für Auditoren an, sondern unterstützen Sie auch gerne dabei, Ihre Compliance sicherzustellen und Ihre Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Wir können „Audits“. Kontaktieren Sie uns unter info@expertsinstitut.de

Sie möchten mehr erfahren?

Hören Sie sich unsere Podcastfolge „Audits in der Pharmaindustrie“ an, in der wir die Bedeutung und Herausforderungen von Audits im Detail beleuchten: https://podcasters.spotify.com/pod/show/experts-insights/episodes/Audits-in-der-Pharmaindustrie-e2of577

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28. Oktober 2024/von Dr. rer. nat. Dietmar Gross
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2024/10/LinkedIn-3.png 1080 1920 Dr. rer. nat. Dietmar Gross https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Dr. rer. nat. Dietmar Gross2024-10-28 12:20:122024-10-29 09:55:17GxP-Audits: Wie wichtig sind sie und wie werden sie durchgeführt?
GMP, News

GMP Guidance for Artificial Intelligence (AI), Machine Learning (ML) and Digital Transformation: How it Finally Begins to Enter the EU GMP Guide

The Now: Gaping Holes

When sifting through today´s status of the EU GMP Guide, it does not take an expert to see that there are gaping holes on topics of engineering, management of computerized systems, data integrity, digitalization and application of artificial intelligence.

Not that the guide has nothing to say to some of these areas. At least by means of implication the guide says lots of things between the lines. This very “in-between” is what gives pharmaceutical manufacturers quite a headache when facing governmental inspections.

The issue is that what it has to say does not cover what´s actually out there. And “by implication” is simply not a good advisor for the industry. It may be good enough for an inspector to set up interpretive requirements and for giving industry a hard time. But for a company it is simply not practicable when a text is elusive.

Although we have best practices like ISPE GAMP5 or other guidance somewhere out in the GxP universe, we would like to know from our most relevant guide-the EU GMP Guide-what is required. And this very guide has been doing a rather horrible job to provide the input industry needs (it seems not surprising that some EU countries struggle massively to keep life sciences and pharmaceuticals on their territory).

A New Hope

A new hope may be on the horizon as we have been expecting a revised version of Annex 11. There-so tells us the concept paper-we will receive a text that will address words such as artificial intelligence, clouds, and even digital transformation. One might wonder whether it is worth holding our breath for the release of the new Annex 11, as high hopes have been shown to greatly disappoint before. One might remember Annex 21 or interpretive documents from local supervizing authorities, that in the end have not been helpful for real life at all.

However, in this case it may be different. Can we guess some consequences from this next generation Annex 11?

GMP

GMP Data Integrity Finally Takes Center Stage

Although some would passionately disagree with me on this, the EU GMP guide has virtually lacked clarity on data integrity for decades. It was the US FDA who had to essentially teach us in Europe what Data Integrity is and why this is important. Without them we would still think that Good Documentation Practices and Validation of Spreadsheets is all it takes.

I love how every EU member state GMP inspector knows exactly what is necessary in terms of data integrity-only with next to no express textual basis for it in the EU GMP guide. I mean sure: evey company has by now heard of data integrity, letalone has received inspections that dealt with it. And yes, we were told after the fact that the GMP guide has “always meant” data integrity in various little phrases of the guide. But that seemed a bit of a crutch to assure the colleagues from US FDA that in Europe data integrity is something we “totally want and require!”

Point taken, it is true that in the Annex 11 we had such wording in some spots. And now the EU guide will finally take into consideration the fuller importance of data integrity-at least for computerized systems. One can tell that the EU grows more toward considering guidance from for example WHO or PIC/S.

The consequences will be that audit trails and audit trail review requirements will be clarified and likely deepend. More work. The bar for what is “basic” will be raised.

The same will happen for archiving, backups, and retrieval requirements for archived data. Companies will unlikely be able to keep playing the low-key game in the archiving area.

Management of Clouds will be a Topic

This will be upgraded, or actually decently considered in the new Annex 11. And here I must say that this is positive improvement. The GMP guide has been pretty much blind to this for quite some time now. It will be a reasonable change. It will be interesting to see how block-chain systems will be treated under the new Annex 11.

And I certainly will be interested to see how cloud hosts seriously validate and qualify their systems, software, and infrastructure. The hunsh is: this is going to cause trouble for some service providers. My recommendation to cloud providers who have pharma-clients: Get ready for it now, or You will be out of business before You know it.

If this enters Annex 11 it could mean:

– cloud services must qualify their infrastructure according GMP.

– they must validate their software fully in line with GMP as well.

This essentially would require a quality-oriented quality management system (and no, ISO9001 would not suffice, not the slightest chance for anyone who wants to take this seriously).

GMP for Artificial Intelligence (AI) and Machine Learning (ML) will Hatch

We must be honest here: it might not be a whole lot of guidance what we will receive from the revised Annex 11:

The primary focus should be on the relevance, adequacy and integrity of the data used to test these models with, and on the results (metrics) from such testing, rather that on the process of selecting, training and optimising the models.

https://www.ema.europa.eu/en/documents/regulatory-procedural-guideline/concept-paper-revision-annex-11-guidelines-good-manufacturing-practice-medicinal-products-computerised-systems_en.pdf

Though this quote from the concept paper is as elusive as sand running through one´s fingers, it does give us a tiny insight in what will be important to a regulator or a GMP-inspector: data (and their quality) used to feed AI models.

One of the biggest questions is: How in the world do we validate AI and ML? Will AI or ML need to be validated according to the typical V-model? In reality this seems almost impssible, since any software code change would required re-validation. And code changes might have to be expected, especially with machine learning. My assupmtion is that we will not receive much help here form the new Annex 11. Industry will be thrown back on non-governmental best practice guidance-as is often the case.

“No New Requirements”

It must be acknowledged that some of what we will find in the revised Annex 11 will likely be clarification and nailing down of requirements that were logical consequences from what is in the current version of the Annex. Yet, we will also find more work, new requirements.

For each company a careful gap assessment will be in order, and for those who have gotten away with mediocre management of electronic systems it will be time to act and invest in modernization.

Needless to say, that I am already looking forward to the next years at Experts Institut, when those projects will continue to fill our work schedules. It is a great challenge!

GMP Challenges for Small Pharmaceutical Businesses

I encourage representatives of small businesses – smaller pharmaceutical entities – to comment and to give feedback once the draft to the new Annex 11 is out. Often it is the larger pharmaceutical businesses that drive or influence what best practice is or what those texts may contain. A consequence can be that the requirements push smaller companies off the cliff of financial and infrastructural fesability. This does not need to be so. But small businesses must take a bit of a stand here. Take the chances You get, that is my recommendation. Digitalization and the use of AI and ML are unstoppable because neither society and nor the economy will not stop it. This is coming at the industry real fast. And it will likely make or break smaller business in the near future. Thus – get ahead with it!

Experts Institut can help!

Need help with GMP-Digitalization projects and AI-validation concepts? Contact us. Management consultancy GMP, GXP & Business Solutions | Experts Institut (experts-institut.com).

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23. Oktober 2024/von Dr. rer. nat. Dietmar Gross
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2024/10/blogbeitrag-1.jpg 349 918 Dr. rer. nat. Dietmar Gross https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Dr. rer. nat. Dietmar Gross2024-10-23 11:29:122026-02-11 13:11:34GMP Guidance for Artificial Intelligence (AI), Machine Learning (ML) and Digital Transformation: How it Finally Begins to Enter the EU GMP Guide
GMP, GXP

Crossing Cultures in Audits and Inspections

Today the world, with its regulated industry, is strongly globalized. The cultural diversity of a company’s staff can be huge, reflecting different cultures from around the world. This is one reason why many would assume that the entire world can be talked to, related to, and understood quite readily. It is part of everyday work for many after all—or so we think.

In the area of audits and inspections, crossing cultures happens all the time. Different cultures bring varying perspectives, which can influence how audits are perceived and conducted. Where supply chains are globalized, trans-national and trans-continental audits and inspections are mandatory and pretty much normal in many company and regulatory settings. Understanding the nuances of each culture involved is essential for effective communication and successful outcomes.

True Multiculturalism and Cultural Limits

This poses a problem though: we learn to communicate, read, and perceive in our birth culture. And even if a society is highly diverse, we are still product of a cultural framework that is discrete—in other words, that has boundaries. It is simply impossible for one person to really become multicultural—our lifespan is just not large enough. You may be the child of a double or third culture set of parents, but true multiculturalism in a single individual is virtually impossible.

So as we are controlled by our birth culture, we do not learn how to properly navigate in foreign cultural contexts (and globalization does not do away with this at all). We may think we know what is going on around us when we engage people from other host cultures, but we really do not. Even in a seasoned friendship with someone from another country, there will still be a vast degree of ignorance in understanding the other person. We believe we know and understand. But we miss most of it in reality. We continue to filter everything we experience, see, hear and judge through what we believe is normal, and our frame of reference is our birth culture. And we cannot stop doing it because we are not even aware of it.

The Impact of Culture on Audits and Inspections

And now it gets interesting: This problem includes audit and inspection situations!
Good auditing is more than knowing compliance requirements, audit methodology, and a work experience of 100+ or even 1000+ audits.

Culture is so powerful that it controls everything we think, say and do. And what we expect of others. In an audit situation (also in GMP inspections), this routinely produces misunderstandings. And many of them are never corrected, simply because neither the auditor nor the auditee is aware of them.

From document reviews, an auditor may conclude that a company is falsifying records, when the truth is though that what the auditor saw has nothing to do with cheating at all.

An auditor may think the auditee is trying to avoid saying the truth about a given audit question or subject, but there is no intent of this in the conversation at all. But the auditor is blind to this.

As a result of examples like these, auditors will put their impressions into the report, in a coded form of course, but it will color all parts of the report and the perception of GMP deficiencies—even the judgment on severeness.

If an auditor is not aware of what is missed and where the personal perception of things is going astray, then such an auditor must improve. The objectiveness of the report will suffer, and the picture that is brought home is greatly inaccurate. We do a disservice to the auditee and to our own sending unit. And frankly, to ourselves…

This plays out even more drastically in audits of suppliers or service providers where no GMP or GxP quality system is available. Such cultural ignorance can make or break the business relationship altogether.

How can You improve?

  • Stop thinking that cultural differences are easy to figure out. You cannot guess them. You need extra training for this.
  • Understand that cultural differences have little to do with differing food preferences or how a business card must be presented.
  • Respect that standards—even GMP—can be lived effectively in different ways.
  • Open to the truth that You do not know everything best.

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1. August 2024/von Dr. rer. nat. Dietmar Gross
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2024/07/1721830906970.jpeg 720 1280 Dr. rer. nat. Dietmar Gross https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Dr. rer. nat. Dietmar Gross2024-08-01 09:38:532024-10-09 15:28:33Crossing Cultures in Audits and Inspections
GMP

GMP-Reagenzien-Management: Viele Unausgesprochene Regeln?

So unscheinbar und doch v.a. aus heutiger Sicht so gewichtig: Mit Abschnitt 6.19 des Kapitel 6 im EU GMP Leitfaden stieg der Aufwand für die Durchführung von analytischen Prüfungen erneut deutlich:

6.19 Special attention should be given to the quality of laboratory reagents, solutions, glassware, reference standards and culture media. They should be prepared and controlled in accordance with written procedures. The level of controls should be commensurate to their use and to the available stability data.

Miniatur-Herstellanweisung

Das bedeutet bei strikter Auslegung, dass für jeden betroffenen Artikel eine Miniatur-Herstellanweisung und damit sinnhaft auch eine Spezifikation erstellt werden sollten – und alles natürlich unter Einbindung in die übliche Dokumentenlenkung. Nein, das war bisher in diesem Umfang keine explizite Forderung, auch wenn es stillschweigend in Inspektionen zum Teil erwartet wurde.

Damit nicht genug: um festzulegen ob und wie häufig z.B. ein Reagenz selbst analytisch geprüft werden muss, sind nun – bei strikt wörtlicher Auslegung – Stabilitätsdaten heranzuziehen(!).

Arzneibuch-Beschreibungen

Fragen die offen bleiben gibt es genug: Können Arzneibuch-Beschreibungen (soweit vorhanden) eigene schriftliche Herstellanweisungen für Reagenzien ersetzen? Gelten Verfalldaten oder Re-Test-Daten von Reagenzienlieferanten im weitesten Sinne auch als Stabilitätsdaten (und das ist bis heute einfach nicht klar)? Habe ich bei einer Änderung des Herstellers eines Ausgangs-Reagenz alles über ein Change-Control Verfahren zu dokumentieren, sprich – ist dies eine ´wesentliche´ Änderung?

Keine Fußnoten, kein Q&A Dokument der EMA – bis jetzt. Jedoch ist die Konsequenz der Nicht-Einhaltung des Abschnittes 6.19 ist klar: im Extremfall können Analysenergebnisse in Frage gestellt werden, und Nachtestungen von bereits vermarkteten Produkten können als Folgemaßnahmen notwendig werden. Wo Ergebnisse in die Bewertung kritischer Vorfälle (z.B. OOS-Ereignisse) eingingen, kann auch dort eine Neubewertung angezeigt sein.

Unsere Empfehlung: Der Gesetzgeber hat hier offensichtlich mit Absicht langjährig unausgesprochene Forderungen nun doch deutlich klarer festgeschrieben. Wenn Ihr Labor hier Lücken haben sollte, schieben Sie das Thema nicht auf, sondern legen sie jetzt einen Aktionsplan zur Behebung fest! Definitiv besser, als erst dann zu reagieren, wenn das Kind in den (GMP-Inspektions-)Brunnen gefallen ist…

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18. Februar 2023/0 Kommentare/von Dr. rer. nat. Dietmar Gross
https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/Blogbeitrag-Reagenzien-980x550-1.webp 550 980 Dr. rer. nat. Dietmar Gross https://experts-institut.de/wp-content/uploads/2023/02/GEMI_Logo_Slogan_color_RGB.webp Dr. rer. nat. Dietmar Gross2023-02-18 17:10:092024-10-28 13:47:30GMP-Reagenzien-Management: Viele Unausgesprochene Regeln?
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